Unterschätzt der Markt die wirtschaftliche Lebensdauer von KI-Hardware? CoreWeave lieferte dafür auf der Analystenkonferenz am Dienstag ein bemerkenswertes Indiz: Der Cloud-Spezialist hat für die bereits 2020 eingeführte A100-Generation von Nvidia einen neuen Vertrag mit Laufzeit bis 2029 abgeschlossen – nach eigenen Angaben zu attraktiven Konditionen. Die These des Nvidia-Chefs Jensen Huang, KI-Chips seien langlebige Vermögenswerte, bekommt damit einen handfesten Beleg. Zugleich erscheint die milliardenschwere Infrastrukturwette der Rechenzentrumsbetreiber in einem neuen Licht.
- Ältere Nvidia-GPUs verdienen länger Geld als bislang gedacht.
- Ein zweiter Lebenszyklus der Chips könnte die Profitabilität von Cloud-Anbietern verbessern.
- Auch Nvidia würde profitieren, wenn die Finanzierung neuer KI-Infrastruktur attraktiver wird.
CoreWeave wächst mit hoher Schlagzahl: Der Umsatz hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelt. Der Auftragsbestand ist auf 104 Milliarden Dollar angeschwollen. Unterdessen pumpt das Unternehmen weiter hohe Summen in neue Rechenzentren und die dafür erforderliche Hardware. Die Zahlen hat DER AKTIONÄR bereits näher betrachtet. Bei Anlegern kam der Quartalsbericht bestens an – die Aktie schoss tags darauf um knapp 20 Prozent nach oben.
Milliardeninvestitionen mit Verfallsdatum?
In der Konferenz zu den Quartalsergebnissen gab es anschließend Hinweise auf eine weitaus wichtigere Frage: Wie lange lässt sich mit einmal angeschafften GPUs Geld verdienen? Die wirtschaftliche Lebensdauer von KI-Hardware zählt zu den zentralen Streitfragen im KI-Boom. Denn Nvidia bringt in zweijährigen Abständen leistungsfähigere GPU-Architekturen auf den Markt. Auf Volta (2017) folgte Ampere (2020), dann Hopper (2022), dann Blackwell (2024) und als nächstes kommt Vera Rubin. Die Sorge: Was heute Spitzenklasse ist, könnte mit der Nachfolgegeneration schon technisch überholt und wirtschaftlich kaum noch verwertbar sein.
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