Der KI-Infrastrukturboom zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung – im Gegenteil. Mit ihren jüngsten Quartalszahlen haben die beiden KI-Hyperscaler CoreWeave und Nebius bewiesen, dass die Nachfrage nach GPU-Rechenleistung weiter explodiert. Die Börse honoriert das: Die Aktien von CoreWeave und Nebius springen am Mittwoch zeitweise jeweils um 20 Prozent.
- Nebius pulverisiert die Erwartungen und steigt um 20 Prozent.
- CoreWeave steigt nach starken Zahlen ebenfalls um 20 Prozent.
- Die KI-Hyperscaler dürften weiter Milliarden in die KI-Infrastruktur investieren.
CoreWeave steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 112 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 2,56 Milliarden Dollar leicht. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie fiel der Verlust mit 1,14 Dollar je Aktie ebenfalls besser aus als die erwarteten minus 1,41 Dollar.
Operativ befindet sich das Unternehmen allerdings weiter im Investitionsmodus. Die operativen Aufwendungen kletterten auf 2,62 Milliarden Dollar und lagen damit leicht über den Erlösen. Entsprechend fiel ein operativer Verlust von 49 Millionen Dollar an. Der ausgewiesene Nettoverlust weitete sich wegen hoher Abschreibungen und Finanzierungskosten sogar auf 626 Millionen Dollar aus.
Das eigentliche Highlight bleibt jedoch der Auftragsbestand. Ende Juni verfügte CoreWeave über vertraglich gesicherte Erlöse in Höhe von 104 Milliarden Dollar – ein Plus von 246 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits in den ersten Wochen des dritten Quartals kamen weitere Aufträge im Volumen von mehr als 25 Milliarden Dollar hinzu. CEO Michael Intrator sprach deshalb von einem Wendepunkt: Die vorhandenen Kapazitäten seien nahezu vollständig ausgelastet, wodurch sich auch die Preissetzungsmacht verbessere.
Auch der Ausblick überzeugte. Für das dritte Quartal erwartet CoreWeave Erlöse zwischen 3,45 und 3,60 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Management nun 12,4 bis 13,2 Milliarden Dollar Umsatz sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von 960 Millionen bis 1,15 Milliarden Dollar an.
Nebius: Umsatz wächst um 454 Prozent
Nur wenige Stunden später setzte Nebius noch einen drauf. Der KI-Cloud-Anbieter steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 454 Prozent auf 582 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von rund 570 bis 573 Millionen Dollar. Gleichzeitig verringerte sich der GAAP-Verlust je Aktie von 2,05 Dollar auf 0,68 Dollar und fiel damit ebenfalls besser aus als die erwarteten minus 0,72 Dollar.
Noch deutlicher überraschte das Unternehmen beim operativen Ergebnis. Das bereinigte EBITDA sprang von minus 21 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf plus 236 Millionen Dollar. Analysten hatten lediglich mit rund 169 Millionen Dollar gerechnet.
Der Großteil des Geschäfts entfällt inzwischen auf die KI-Cloud. Dieses Segment steuert rund 98 Prozent des Konzernumsatzes bei und wuchs um mehr als 500 Prozent. Gleichzeitig meldete Nebius vier neue Großverträge mit einem Volumen von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar. Beachtlich: Rund 70 Prozent der Neuabschlüsse enthalten Vorauszahlungen der Kunden. Dadurch erhält das Unternehmen frisches Kapital für den weiteren Ausbau seiner Rechenzentren, ohne ausschließlich auf Fremdkapital angewiesen zu sein.
Mehr als nur starke Quartalszahlen
Die eigentliche Botschaft beider Berichte liegt weniger in den übertroffenen Schätzungen als vielmehr in den Aussagen zur Nachfrage. CoreWeave meldet einen Rekord-Auftragsbestand und steigende Preise, Nebius spricht von vier Milliardenverträgen und mehr als 40 Milliarden Dollar an Kundenverpflichtungen. Beide Unternehmen investieren deshalb weiter massiv in neue GPU-Cluster und Rechenzentren. Gleichzeitig betonen beide Managements, dass die Nachfrage nach KI-Kapazitäten das Angebot weiterhin übersteigt.
Das widerlegt zumindest vorerst die These, dass die milliardenschweren Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Stattdessen liefern CoreWeave und Nebius Hinweise darauf, dass die nächste Ausbaustufe gerade erst begonnen hat.
Die KI-Hyperscaler haben heute gezeigt, was in ihnen steckt. Die zweistelligen Kursgewinne fußen auf extrem starken Zahlen und grandiosen Ausblicken. DER AKTIONÄR favorisiert unter beiden Hyperscalern weiterhin die kürzlich neu zum Kauf empfohlene Nebius. Hier können Anleger weiter zugreifen. Die Gründe, die nach wie vor für die Nebius-Aktie sprechen, können Sie in Ausgabe 32/26 nachlesen.
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