Bei Vonovia gibt es neuen Rückenwind von Analystenseite. Goldman Sachs sieht nun noch mehr Aufwärtspotenzial bei der Aktie des größten deutschen Wohnungskonzerns. Zugleich kommt aber leichter Gegenwind von der Konkurrenz. LEG konnte die Märkte mit seinen Zahlen nicht überzeugen. Das lastet auch auf Vonovia.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Goldman Sachs hebt das Kursziel für Vonovia auf 31,80 Euro an und bleibt bei „Buy“.
• Konkurrent LEG bestätigt nach einem robusten Jahresstart die Ziele für 2026.
• Die Aktien der Immobilienkonzerne bleiben dennoch unter Druck
Goldman Sachs hat das Kursziel für den DAX-Konzern von 31,30 Euro auf 31,80 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Analyst Jonathan Kownator hob am Mittwoch vor allem die klare Strategie zum Schuldenabbau positiv hervor. Das operative Geschäft von Vonovia untermauere zudem die Ziele für 2028.
Damit liefert Goldman ein weiteres Argument für die Bullen. Die Aktie kommt dennoch nicht nachhaltig in Schwung. Am Mittwoch notiert Vonovia leicht im Minus. Auch der Blick auf den größten deutschen Konkurrenten LEG Immobilien sorgt nicht für neue Kauflaune. Die LEG-Aktie gibt nach Zahlen zeitweise rund zwei Prozent ab.
Operativ zeigt sich bei LEG ein ähnliches Bild wie zuletzt bei Vonovia: Die Nachfrage nach Wohnungen in Ballungszentren bleibt hoch, das Vermietungsgeschäft robust. Im ersten Quartal stieg die Nettokaltmiete im Jahresvergleich um 3,3 Prozent auf 237,1 Millionen Euro. Die Miete pro Quadratmeter auf vergleichbarer Fläche legte von 6,90 Euro auf 7,15 Euro zu.
LEG bestätigte die Ziele für 2026. Im laufenden Jahr sollen die Mieten um 3,8 bis 4,0 Prozent steigen und damit stärker als 2025. Ein Treiber ist der geförderte Bestand. LEG kann in diesem Jahr auch dort die Mieten erhöhen. Mit rund 28.000 geförderten Wohnungen zählt der Konzern zu den größten Anbietern von Sozialwohnungen in Deutschland.
Mittelfristig könnte sich daraus weiteres Potenzial ergeben. 2028 läuft für rund 16.000 Wohnungen die Bindungsfrist aus. Die bisher geförderten Mieten von im Schnitt 5,41 Euro je Quadratmeter sollen dann an das Marktniveau im frei finanzierten Bereich herangeführt werden. LEG hatte früheren Angaben zufolge für diese Wohnungen 2028 ein Mietplus von etwa zwölf Prozent in Aussicht gestellt.
Nicht alles fiel bei LEG jedoch positiv aus. Die zentrale Ergebniskennziffer AFFO sank im ersten Quartal um 5,9 Prozent auf 58,6 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit Investitionen. Unter dem Strich fiel das Periodenergebnis von 243,2 Millionen Euro auf 79,2 Millionen Euro, weil im Vorjahr unter anderem deutlich höhere Erlöse aus Immobilienverkäufen angefallen waren.
Für Vonovia ist das LEG-Zahlenwerk vor allem als Branchenbarometer interessant. Es bestätigt einerseits die hohe Nachfrage nach Wohnraum und die Möglichkeit weiterer Mietsteigerungen. Andererseits zeigt es auch, dass Investitionen, Finanzierungskosten und Portfoliomaßnahmen die Ergebnisse weiter belasten können. Genau diese Gemengelage bremst auch die Vonovia-Aktie.
Goldman Sachs ist noch optimistischer geworden. Die LEG-Zahlen zeigen zugleich, dass das Fundament der deutschen Wohnimmobilienkonzerne robust bleibt. Für neuen Schwung reicht das am Markt aber bislang nicht. Die Vonovia-Aktie kommt weiter nicht in Tritt. Anleger bleiben daher unverändert an der Seitenlinie. Gleiches gilt für LEG.
Häufige Fragen zur Vonovia-Aktie
Warum steht die Vonovia-Aktie unter Druck?
Die Aktie leidet vor allem unter dem wieder gestiegenem Zinsniveau, höheren Finanzierungskosten und der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Immobilienbewertungen.
Was ist der wichtigste Faktor für Vonovia?
Neben der operativen Entwicklung bleibt die Zinsentwicklung entscheidend. Sinkende Zinsen würden Finanzierungskosten und Immobilienbewertungen entlasten.
Welche Kennzahlen sind bei Vonovia besonders wichtig?
Anleger sollten vor allem auf die Entwicklung der Mieteinnahmen, die Finanzierungskosten, den Verschuldungsgrad und die Immobilienbewertungen achten.
Heute, 13:36