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Micron und SK Hynix hängen Samsung ab: Fataler Streik droht

Micron und SK Hynix hängen Samsung ab: Fataler Streik droht
Foto: Midjourney/Werbefritz_KI
Micron Technology Inc. -%
Jan-Paul Fóri Heute, 09:01 Jan-Paul Fóri

Bei Samsung Electronics spitzt sich der Tarifkonflikt dramatisch zu. Nach gescheiterten Schlichtungsgesprächen droht dem südkoreanischen Tech-Riesen nun ein mehrwöchiger Streik – und ausgerechnet die Rivalen Micron und SK Hynix könnten die großen Gewinner sein. Die Börse reagieren bereits eindeutig auf die Horror-Meldung.

• Samsung steht vor einem mehrwöchigen Streik, der die globale Speicherchip-Produktion spürbar treffen und den ohnehin         angespannten KI-Markt zusätzlich unter Druck setzen könnte.

• Micron und SK Hynix profitieren von der Aussicht auf mögliche Lieferengpässe bei Samsung und vom anhaltenden KI-Boom.

• Während Micron mit neuen Kurszielen von bis zu 1.000 Dollar gefeiert wird, gerät Samsung ausgerechnet in einer                       entscheidenden Phase des KI-Wettrennens zunehmend ins Hintertreffen.

Die Gewerkschaft von Samsung Electronics hatte am Mittwochmorgen Ortszeit angekündigt, dass die Verhandlungen über Bonuszahlungen gescheitert seien. Vom 21. Mai bis zum 7. Juni könnte es nun zu einem großangelegten Arbeitskampf kommen. Die Arbeitnehmer fordern Bonuszahlungen in Höhe von 15 Prozent des operativen Gewinns. Das Management lehnt dies bislang strikt ab.

Für den globalen Speicherchip-Markt wäre ein Produktionsausfall bei Samsung alles andere als nebensächlich. Analysten gehen davon aus, dass ein längerer Streik bis zu drei Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion beeinträchtigen könnte. In einem Markt, der ohnehin vom KI-Boom und hoher Nachfrage geprägt ist, wäre das ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die Lieferketten.

An der Börse feiern Anleger deshalb vor allem die Konkurrenz. Micron Technology setzte seine Rally zum Wochenauftakt eindrucksvoll fort. Die Aktie legte kräftig zu und die Marktkapitalisierung übersprang zeitweise die Marke von 800 Milliarden Dollar. Rückenwind kommt nicht nur vom möglichen Samsung-Ausfall, sondern vor allem vom KI-Boom. Immer leistungsfähigere KI-Modelle benötigen massiv mehr Hochleistungsspeicher – ein Trend, von dem Micron direkt profitiert. Trotz eines Rücksetzers bei den Chip-Aktien am gestrigen Dienstag dürfte sich die Rally mittelfristig fortsetzen.

Micron Technology (WKN: 869020)

Analyst Gil Luria von D.A. Davidson hat sein Kursziel bereits auf 1.000 Dollar hochgeschraubt. Sein Credo: „Investoren unterschätzen immer noch die neue Mathematik des KI-Zeitalters. Je größer die Modelle, desto mehr Speicher brauchen sie.“ Damit ist er nicht alleine: Auch Deutsche-Bank-Analystin Melissa Weathers sieht den Kurs auf 1.000 Dollar steigen.

SK Hynix feiert Kursfest in Seoul

Noch stärker reagierte die Aktie von SK Hynix. Das Papier sprang am Montag in Seoul zeitweise zweistellig nach oben. Der Konzern gilt als einer der wichtigsten Partner von Nvidia im Bereich High-Bandwidth-Memory (HBM) und zählt damit zu den zentralen Profiteuren des KI-Booms. Die Sorge vor Engpässen bei Samsung treibt Kunden offenbar bereits dazu, Bestellungen vorzuziehen. Nach dem Durchhänger am gestrigen Dienstag geht es SK Hynix am Mittwoch an der Heimatbörse auch schon wieder um sieben Prozent nach oben.

Der große Verlierer: Samsung

Für Samsung kommt der Arbeitskampf dagegen zur Unzeit. Zwar hatte der Konzern zuletzt überraschend starke Gewinne vorgelegt, doch ein Produktionsausfall könnte das operative Momentum abrupt ausbremsen. Selbst die südkoreanische Regierung zeigte sich alarmiert. Südkoreas Finanzminister Koo Yun Cheol warnte, ein Streik müsse „um jeden Preis verhindert werden“.

Speicherchips bleiben ein heißes Eisen. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur treibt die Preise und sorgt bei den führenden Herstellern für volle Auftragsbücher. Der drohende Streik bei Samsung verschiebt die Kräfteverhältnisse nun zusätzlich zugunsten von Micron und SK Hynix. Bei welchen Kursen Anleger die Chip-Aktien nach der irren Rally kaufen sollten, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese finden Sie hier.

DER AKTIONÄR 21/2026
Quelle: Börsenmedien AG

FAQs zu Samsung

1. Wie verdient Samsung eigentlich sein Geld?
Samsung ist weit mehr als nur ein Smartphone-Hersteller. Der Konzern erzielt einen Großteil seiner Gewinne mit Halbleitern, insbesondere Speicherchips wie DRAM- und NAND-Produkten. Diese werden in Smartphones, Rechenzentren, PCs und KI-Servern eingesetzt.

2. Warum gilt Samsung als zentraler Player in der Chipindustrie?
Samsung zählt neben TSMC und Intel zu den wichtigsten Halbleiterkonzernen der Welt. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Speicherchips als auch moderne Prozessoren und gehört zu den wenigen Konzernen, die Chips in den fortschrittlichsten Fertigungsverfahren herstellen können.

3. Welche bekannten Produkte gehören zu Samsung?
Neben den Galaxy-Smartphones produziert Samsung Fernseher, Haushaltsgeräte, Displays, Speicherchips und Sensoren. Zudem beliefert der Konzern zahlreiche andere Tech-Unternehmen mit wichtigen Komponenten – darunter auch Konkurrenten wie Apple oder den Chip-Branchenprimus Nvidia.

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