Nike kämpft. Die jüngst veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2027 konnte keine Trendwende einleiten. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn je Aktie lag mit 48 Cent zwar über den Erwartungen, aber leicht unter dem Vorjahreswert. Die Bruttomarge verbesserte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 42,8 Prozent. Als große Belastung für die Aktie zeigte sich der Ausblick auf das Gesamtjahr.
Die regionalen Unterschiede sind erheblich: In „Greater China“ brach der Umsatz währungsbereinigt um 26 Prozent ein, in EMEA ging er um fünf Prozent zurück. Nordamerika legte dagegen um zwei Prozent zu. Auch innerhalb des Sortiments klafft eine Lücke: Nikes Performance-Geschäft wächst, während Sportswear und Jordan schwächeln.
Der entscheidende Belastungsfaktor war der Ausblick. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,15 bis 1,35 Dollar – deutlich weniger als die zuvor erwarteten rund 1,67 Dollar.
Analysten rudern zurück
Goldman Sachs hat nach den letzten Zahlen die Schätzungen bis 2029 erheblich gesenkt. JP Morgan geht davon aus, dass der Turnaround länger dauern wird. Die Rückkehr zu einer operativen Marge von 10 Prozent sieht JP Morgan erst im Geschäftsjahr 2029.
Bank of America ist aktuell am pessimistischsten. Ende September hatte das Haus Nike bereits von Neutral auf Underperform abgestuft. Kursziel: 24 Dollar. Begründung: nachlassendes Vertrauen in die Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen, schwächere Trends in den wichtigsten Märkten und ein zu langsamer Fortschritt im Lifestyle-Geschäft.
Besonders kritisch sieht die Bank of America den instabilen chinesischen Markt und den hohen Innovationsdruck.
Aus technischer Sicht zeigt die Aktie nach einer monatelangen Abwärtsbewegung erste Anzeichen einer Stabilisierung. "Nike könnte vor einer kurzfristigen Trendwende stehen. Das Papier hat sich zuletzt deutlich von seinen Oktobertiefs im Bereich von 32 bis 33 Dollar entfernt und dabei sowohl die 38-Tage-Linie bei 36,42 Dollar als auch die kurzfristige Ichimoku-Wolke überwunden. Auch die markttechnischen Indikatoren untermauern die jüngste Erholungsbewegung, denn das Momentum ist positiv, der RSI notiert mit rund 59 Punkten im konstruktiven Bereich und der MACD liefert ein frisches Kaufsignal. Lediglich die Slow Stochastik mahnt mit Werten oberhalb von 80 Punkten zur Vorsicht, da die Aktie kurzfristig bereits überkauft erscheint und damit anfällig für Gewinnmitnahmen sein könnte. Nike befindet sich zwar auf einem durchaus vielversprechenden Erholungskurs, doch erst ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bei 40,18 Dollar würde das charttechnische Gesamtbild spürbar aufhellen“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
Die Aktie von Nike zeigt wieder erste Lebenszeichen. Das Management baut Nike peu a peu um. Die Frage ist, ob Anleger die Dauer, Kosten und Margenbelastung dieses Umbaus bereits ausreichend eingepreist haben. Entscheidende neue Impulse könnte die Analystentage am 16. Und 17. November werden. DER AKTIONÄR erhofft sich vom Management neue Statements zur zukünftigen China-Strategie, dem Neustart von Jordan und neuen Produktinnovationen. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bei 40,18 Dollar würde einen Kauf der Aktie rechtfertigen.
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