Ein schwächerer US-Arbeitsmarkt sorgt an den New Yorker Börsen für Erleichterung. Anleger setzen darauf, dass die Notenbank Federal Reserve die Zinsen vorerst nicht weiter anheben muss. Die Risikobereitschaft kehrte am Freitag prompt zurück. Der breit gefasste S&P 500 kletterte um 0,7 Prozent, während der technologielastige Nasdaq 100 ein neues Rekordhoch erreichte.
Der Grund für den Optimismus: Die US-Wirtschaft schuf im September lediglich 29.000 neue Stellen abseits der Landwirtschaft. Das lag deutlich unter den Schätzungen der von Bloomberg befragten Ökonomen. Zudem wurden die Zahlen der beiden Vormonate nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,2 Prozent, während sich das Lohnwachstum spürbar verlangsamte.
Am Geldmarkt schwinden damit die Erwartungen an weitere geldpolitische Straffungen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Oktober taxieren Händler inzwischen auf weniger als 25 Prozent. Auch die Energiekosten sorgten für Entlastung: Ein Signal der G7-Staaten, strategische Notfallreserven für Diesel und Rohöl freizugeben, drückte auf die Ölpreise.
Renditen bleiben der Risikofaktor
Trotz der Erholung am Aktienmarkt bleibt die Lage an den Anleihemärkten angespannt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte in dieser Woche den höchsten Stand seit 2002. Verantwortlich dafür sind die anhaltende Inflation, hohe Staatsausgaben und die massive Kreditaufnahme der Konzerne zur Finanzierung des KI-Booms.
Experten blicken nun vor allem auf die Marke von 5,0 Prozent bei den zehnjährigen Papieren. Etabliert sich die Rendite oberhalb dieses Niveaus, könnte das die Bewertung von Aktien zunehmend belasten. Solange die Wirtschaft moderat wächst und die Unternehmensgewinne stabil bleiben, sehen Marktbeobachter jedoch ein solides Fundament für das restliche Jahr.
Tesla liefert ab, Gegenwind für Nike
Auf Unternehmensebene standen vor allem Technologie- und Konsumwerte im Fokus. Tesla überzeugte mit Auslieferungszahlen für das dritte Quartal, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Das verschaffte der Aktie Rückenwind in einem schwierigen Marktumfeld für Elektrofahrzeuge. Entlastung gab es auch für Boeing: Die US-Luftfahrtbehörde FAA stufte einen Softwarefehler beim Modell 737 Max als unbedenklich für die Flugsicherheit ein.
Im Halbleitersektor bereitet ein Bankenkonsortium eine Finanzierung über 60 Milliarden Dollar für KI-Chips von Broadcom vor, wovon unter anderem das Startup Anthropic profitieren soll. Dagegen gerieten Western Digital und Seagate Technology unter Druck. Der Grund: Berichte über Investitionen des Konkurrenten Toshiba in Höhe von rund 60 Milliarden Yen zum Ausbau der Festplattenproduktion.
Düster bleibt das Bild bei Nike. Entsprechend vorsichtig agieren die Investoren: Der Sportartikelhersteller streicht Stellen und leitet unter CEO Elliott Hill einen radikalen Konzernumbau ein, nachdem sich die Ergebnisse weiter verschlechtert haben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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