Tesla und SpaceX lassen eine Fusion von unabhängigen Sonderausschüssen prüfen, das hat Elon Musk am 20. Oktober bestätigt. Analysten und Investoren rufen für die Tesla-Aktie 420 bis 502 Dollar auf. So breit die Spanne ist, eine Frage beantwortet keiner von ihnen: wer die Prämie bezahlt.
Die Tesla-Aktie schloss am Freitag bei 372 Dollar, das sind 1,47 Billionen Dollar Börsenwert. SpaceX kommt bei 147 Dollar auf zwei Billionen. Tesla-Aktionäre stehen damit schon heute für 42,4 Prozent eines gedachten Gesamtkonzerns. Jede Analystenzahl über dem Kurs ist eine Wette darauf, dass dieser Anteil steigt.
Tesla-Aktie: Was Analysten aufrufen
Investor Gary Black von The Future Fund erwartet, dass SpaceX Tesla in eigenen Aktien übernimmt – zu 420 Dollar je Aktie. RBC-Analyst Tom Narayan hält 20 bis 30 Prozent Aufschlag für möglich und hat sein Kursziel auf 500 Dollar angehoben. JPMorgan rechnet mit 30 bis 35 Prozent Aufschlag, belässt das eigene Kursziel aber bei 415 Dollar. Auf den Freitagsschluss bezogen entsprächen 20 bis 35 Prozent einem Preis von 447 bis 502 Dollar je Aktie. Barclays-Analyst Dan Levy sieht SpaceX als den wahrscheinlicheren Käufer und hält eine Ankündigung noch vor der Tesla-Hauptversammlung am 3. Dezember für möglich.
Tesla-Fusion: Wer die Prämie bezahlt
Jeder Dollar Prämie für Tesla-Aktionäre fehlt den SpaceX-Aktionären – und deren größter heißt Musk. Er ist der größte Einzelaktionär beider Konzerne: Bei Tesla kommt er laut Reuters auf rund 20 Prozent der Stimmen, bei SpaceX über Aktien mit Mehrfachstimmrecht auf rund 85 Prozent. Was die Prämie in Dollar bedeutet: Blacks 420 Dollar liegen 189 Milliarden Dollar über dem heutigen Börsenwert von Tesla, 35 Prozent Aufschlag wären 515 Milliarden. Dafür gewinnt Musk Kontrolle: Laut REX Financial stiege sein Stimmanteil im gemeinsamen Konzern auf rund 57 Prozent. Über die Konditionen verhandeln die Sonderausschüsse – Musk selbst nimmt daran nicht teil, weil er auf beiden Seiten steht.
SpaceX und Tesla: Umsatz gegen Gewinn
Wer wie viel in eine Fusion einbringt, hängt davon ab, worauf man schaut. Beim Umsatz liegt Tesla klar vorn: Im Q3 setzte der Autobauer 28,05 Milliarden Dollar um, SpaceX 14,58 Milliarden. Gemessen daran stünde Tesla für 65,8 Prozent des Gesamtkonzerns. Beim operativen Gewinn dreht sich das Verhältnis: 718 Millionen Dollar bei Tesla, 2,79 Milliarden bei SpaceX – Tesla käme nur auf 20,5 Prozent. Zudem wächst SpaceX schneller. Der Umsatz stieg binnen eines Jahres um 161 Prozent, von 5,58 auf 14,58 Milliarden Dollar. Tesla setzt dem vor allem den Fahrassistenten FSD entgegen: 1,74 Millionen aktive Abonnements, 67 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Wie hoch der Aufschlag am Ende ausfällt, ist offen. Für eine kräftige Prämie spricht die Hürde bei der Abstimmung: Die Fusion braucht die Zustimmung der Mehrheit aller Tesla-Aktien – wer nicht abstimmt, zählt damit praktisch als Nein. Ohne ein attraktives Angebot ist diese Mehrheit schwer zu erreichen. Gegen eine hohe Prämie spricht die Bezahlung: Tesla-Aktionäre bekämen keine Dollar, sondern SpaceX-Aktien. Michael Monaghan von Founder ETFs erwartet sogar gar keinen nennenswerten Aufschlag, weil viele Anleger ohnehin an beiden Firmen beteiligt sind.
Vorbörslich steigt die Tesla-Aktie am Montag auf rund 380 Dollar, gut zwei Prozent über dem Freitagsschluss. Damit drückt sie gegen die fallende Trendlinie, die vom Mai-Hoch bei rund 453 Dollar kommt und heute bei etwa 383 Dollar verläuft. Knapp darüber liegt die 200-Tage-Linie bei 386 Dollar, der Kurs notiert 1,6 Prozent darunter. Nach unten stützt der Aufwärtstrend seit dem Jahrestief Ende Juli, er verläuft bei rund 362 Dollar. Ein Schlusskurs über 386 Dollar würde den Abwärtstrend seit Mai brechen, einer unter 362 Dollar den Aufwärtstrend seit Ende Juli.
Die Analysten streiten über Prozente, die eigentliche Frage aber ist eine Person. Schon Blacks 420 Dollar bedeuten 189 Milliarden Dollar Aufschlag, den vor allem die SpaceX-Aktionäre tragen – allen voran Musk. Die Antwort könnte schon vor der Hauptversammlung am 3. Dezember kommen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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