Washington und Peking bauen rivalisierende KI-Blöcke auf – und Kasachstan sitzt in beiden. Genau dort ist Nvidia an einem Rechenzentrumsprojekt über bis zu zehn Milliarden Dollar beteiligt. Nun warnt das US-Außenministerium Partnerländer, die auch beim chinesischen Gegenmodell mitmachen.
Die Reihenfolge sagt viel. Am 25. Juni trat Kasachstan als erstes Land Zentralasiens Pax Silica bei, dem US-Bündnis für sichere Lieferketten bei Chips, Rohstoffen und Rechenzentren. Drei Wochen später, am 16. Juli, folgte das chinesische Gegenmodell: Das Land unterschrieb in Shanghai als einer von 29 Gründungsstaaten die World AI Cooperation Organization. Damit ist Kasachstan nach bisherigem Stand das einzige Land, das in beiden Bündnissen sitzt.
Nvidia-Aktie: Was am Kasachstan-Deal hängt
Am 15. Juni hatte die kasachische Regierung mit Nvidia und dem US-Infrastrukturspezialisten Firebird Vereinbarungen über bis zu zehn Milliarden Dollar unterzeichnet. Im „Data Center Valley“ bei Ekibastuz soll ein Rechencluster mit 100.000 Grafikprozessoren entstehen, darunter GB300 und Vera Rubin. Die erste Phase über fünf Milliarden Dollar und 125 Megawatt soll 2027 in Betrieb gehen. Zugleich erreichten chinesische Investitionen im Land schon 2025 mit 2,80 Milliarden Dollar einen Rekord.
Genau hier liegt das Risiko. Ein Briefentwurf aus Washington an 35 Partnerstaaten stellt infrage, ob sich Pax Silica mit konkurrierenden Initiativen verträgt. Muss sich Kasachstan für ein Lager entscheiden, heißt die Wahl: Spitzenchips aus den USA oder günstige KI-Modelle aus China, deren Code frei verfügbar ist. Peking wirbt zudem mit Geld: Laut dem AidData-Labor der Universität William & Mary hat China KI-Projekte in mindestens 77 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen finanziert. Für Nvidia ist der Blockkonflikt trotzdem eher Verkaufsargument als Absatzrisiko: Wer im US-Lager bleiben will, baut auf Nvidia-Chips.
Die Aktie schloss am Freitag bei 210,96 Dollar, 13,3 Prozent unter dem Rekordhoch von 243,37 Dollar vom 6. Oktober. Damit testet sie die Aufwärtstrendlinie seit dem Frühjahrstief, die derzeit bei rund 210 Dollar verläuft. Die 50-Tage-Linie bei 222,48 Dollar ist gerissen, der Kurs liegt 5,18 Prozent darunter. Halt bietet die 200-Tage-Linie bei 203,67 Dollar, der Kurs liegt 3,58 Prozent darüber. Bricht auch sie, rücken die Sommertiefs um 190 Dollar in den Blick.
Mehr Klarheit bringen die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal am 17. November nach US-Börsenschluss.
Der Wettlauf der KI-Blöcke braucht weit mehr als Nvidia-Chips: Strom, Kühlung, Netzwerke, Software. Viele Profiteure stehen noch im Schatten des Chipriesen. Genau solche Werte sucht Florian Söllner im Hot Stock Report antizyklisch: Zukunftsaktien in Feldern wie Künstlicher Intelligenz, Drohnen, Robotik oder Quantencomputern, oft bevor sie in den Fokus der breiten Masse rücken. Mehr Informationen finden Sie hier.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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