Volkswagen holt sich den Halbleiterspezialisten NXP Semiconductors als strategischen Technologiepartner an Bord. Wie beide Unternehmen am Montag vor der Internationalen Zulieferbörse (IZB) in Wolfsburg mitteilten, sollen NXP-Chips künftig eine zentrale Rolle in der neuen Fahrzeugarchitektur des Konzerns spielen. Auch für Anleger ist der Deal relevant.
Konkret geht es um Mikrocontroller der Familie S32K5. Sie sollen als zentraler Baustein der zonalen Software-defined-Vehicle-Architektur (SDV) dienen – über alle Marken und Fahrzeugsegmente hinweg. Das erste Fahrzeug soll 2027 auf den Markt kommen.
Bislang übernehmen zahlreiche separate Steuergeräte einzelne Fahrzeugfunktionen. Das erhöht die Komplexität und erschwert die Skalierung. Die zonale Architektur bündelt dagegen mehrere Funktionen in weniger Steuergeräten.
Das Rückgrat des Fahrzeugs
Die S32K5-Chips verbinden Sensoren und Aktuatoren, verarbeiten Daten und steuern Funktionen wie Beleuchtung, Komfort, Fahrwerk und Sicherheit. Während leistungsfähige Zentralrechner komplexe Aufgaben wie KI-Anwendungen und automatisiertes Fahren übernehmen, kümmern sich die NXP-Mikrocontroller um die Steuerung in den jeweiligen Fahrzeugbereichen.
Entwickelt wird die Architektur von RV Tech, dem Joint Venture von Volkswagen und Rivian. Sie soll in Fahrzeugen beider Unternehmen zum Einsatz kommen.
Teil der Halbleiterstrategie
Mit der Partnerschaft will VW seine Lieferketten stärken, Schlüsseltechnologien harmonisieren und Skaleneffekte über die Marken hinweg nutzen. Zugleich soll die einheitliche Plattform die Entwicklung beschleunigen und digitale Funktionen schneller in die Fahrzeuge bringen.
Auch NXP sieht Vorteile. CEO Rafael Sotomayor bezeichnete die Zusammenarbeit als skalierbare Grundlage für die nächste Generation intelligenter Fahrzeuge. Die Chips sollen unter anderem sichere Echtzeitverarbeitung und drahtlose Software-Updates ermöglichen.
Für NXP ist der Deal ein Prestigeerfolg, konkrete Umsatzbeiträge bleiben aber offen. VW ist trotz der News vorerst kein Kauf. Nach dem Software-Debakel um Cariad muss der Konzern erst beweisen, dass die Integration der neuen Architektur reibungslos gelingt. Zudem setzt der AKTIONÄR unter den Automobil-Chip-Zulieferern auf On Semiconductor und nicht auf NXP.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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