An der Wall Street fließt Geld aus Technologiewerten in Energie, Basiskonsum und Gesundheit. Binnen eines Monats verlor der US-Technologiesektor 6,20 Prozent, Energie gewann 11,2 Prozent, Basiskonsum 7,07 und Gesundheit 6,21 Prozent. Auslöser war Meta: Der Konzern hat im dritten Quartal mehr investiert, als das Geschäft an Cash einbrachte.
Sektorrotation: Warum Anleger Tech gegen Öl und Pharma tauschen
Die Meta-Zahlen vom 21. Oktober wirkten wie ein Weckruf. Der Konzern steckte 34,91 Milliarden Dollar in Rechenzentren und Technik, der operative Cashflow lag bei 32,79 Milliarden. Der Free Cash Flow fiel mit minus 2,12 Milliarden Dollar erstmals seit über zehn Jahren ins Minus, eine Investitionsprognose für 2027 blieb aus. Die Aktie verlor seither 7,9 Prozent, der Sektor Kommunikationsdienste binnen eines Monats 6,26 Prozent.
Dass der Abschlag den KI-Milliarden gilt und nicht dem Zins, zeigt der 22. Oktober: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um 17 Basispunkte auf 4,96 Prozent, Technologiewerte gaben trotzdem nach. Zugleich bleiben Anleihen ein harter Konkurrent. Wer sicher rund fünf Prozent verdient, zahlt für ferne KI-Gewinne weniger. Teures Öl hält die Inflation hoch.
Gewinner sind die defensiven und rohstoffnahen Sektoren, der S&P-500-Gesundheitsindex markierte am 20. Oktober ein Rekordhoch. Abgeschrieben ist Tech damit nicht: Seit Jahresbeginn liegt der Sektor noch 31,4 Prozent vorn.
Am Auslöser der Rotation lässt sich ablesen, wie weit der Druck reicht. Mit rund 640 Dollar liegt die Meta-Aktie noch über der 200-Tage-Linie bei 632,49 Dollar. Erster Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei 664,79 Dollar. Unter dem 52-Wochen-Hoch von 779,82 Dollar liegt sie rund 18 Prozent. Unterstützung bietet zunächst die 200-Tage-Linie, darunter die Zone um 580 Dollar. Der Relative-Stärke-Index, ein Maß für das Tempo der Kursbewegung, steht bei 35. Schließt die Aktie unter der 200-Tage-Linie, wäre der Aufwärtstrend seit dem Sommer gebrochen.
Ob die Rotation weiterläuft, zeigt sich diese Woche: Am 28. Oktober verkündet die Fed ihren Zinsbeschluss, am selben Abend legen Microsoft und Alphabet Zahlen vor, am 29. Oktober folgt Amazon.
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