Volkswagen will den geplanten Stellenabbau weiter vorantreiben. Dafür bringt der Autobauer Transfergesellschaften ins Spiel, über die Beschäftigte neue Jobs finden sollen. Doch die IG Metall stellt sich quer. Der Konflikt dürfte die anstehende Tarifrunde zusätzlich verschärfen.
- 50.000 Stellen: So viele Jobs will VW bis 2030 weltweit abbauen.
- 12.000 zusätzliche Stellen: Dieser Abbau kommt zu den bereits vereinbarten Maßnahmen hinzu.
- Tarifstreit: Die IG Metall lehnt den Vorstoß zu Transfergesellschaften entschieden ab.
In den Tarifverhandlungen, die am 24. November beginnen, will Volkswagen über zusätzliche Möglichkeiten zum Personalabbau sprechen. Dazu zählen Transfergesellschaften, in die Mitarbeiter freiwillig wechseln könnten. Dort sollen sie Unterstützung bei der Jobsuche und Weiterbildungen erhalten. Auch mögliche Abfindungen und die Laufzeit solcher Gesellschaften müssen noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.
Trotz der schwierigen Lage hält VW am Zukunftstarifvertrag und der darin vereinbarten Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 fest. Gleichzeitig will der Konzern die freiwilligen Austrittsinstrumente stärker nutzen und die Arbeitskosten senken. Der Vorstoß betrifft nach Unternehmensangaben nicht nur die Produktion, sondern auch Verwaltung und Entwicklung.
IG Metall spricht von Wortbruch
Die Gewerkschaft weist die Pläne scharf zurück. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger bezeichnete den Vorstoß als tarifpolitischen Wortbruch ohne tragfähige Rechtsgrundlage. Seine Forderung: „Bevor die Beitragszahler einspringen, sind die Aktionäre in der Pflicht“.
Die Gewerkschaft kritisiert, dass öffentliche Mittel Beschäftigte unterstützen könnten, während Aktionäre weiterhin Dividenden erhielten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht zudem die Gefahr, dass VW die vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 auf diesem Weg aushebeln will.
Weitere 12.000 Stellen betroffen
VW-Chef Oliver Blume und der restliche Vorstand wollen bis 2030 weltweit rund 50.000 Stellen streichen. Für die Volkswagen AG war bereits vor zwei Jahren ein Abbau von mehr als 35.000 Stellen vereinbart worden. Aus den neuen Plänen ergibt sich nach Unternehmensangaben ein zusätzlicher Abbau von 12.000 Jobs.
Bislang setzt VW vor allem auf Altersteilzeit und Abfindungen. Transfergesellschaften könnten nun ein weiteres Instrument werden – sofern sich der Konzern mit den Arbeitnehmervertretern einigt.
Volkswagen steckt weiter in der Krise und will an den Personalkosten sparen. Der Konflikt mit der IG Metall erhöht das Risiko langwieriger Verhandlungen und möglicher Hindernisse bei der Fahrzeugproduktion. Anleger meiden die VW-Aktie weiterhin. DER AKTIONÄR setzt dagegen weiter auf die Tesla-Aktie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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