Die geopolitische Unsicherheit, die sich auch in den steigenden Ölpreisen widerspiegelt, fordert bei der Commerzbank ihren Tribut. Die Aktie schloss gestern unter einer wichtigen Chartmarke, was zum Wochenende hin nun weiteren Druck erzeugen dürfte. Zudem senkte ein Analyst gestern den Daumen.
- Steigende Ölpreise und Konjunktursorgen setzen die Commerzbank-Aktie unter Druck; der Kurs schloss bei 35,86 Euro unter der 200-Tage-Linie bei 36,18 Euro.
- Barclays senkte das Kursziel auf 41 Euro und stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Equal Weight“ herab.
- Die Analystenstimmen sind geteilt; ob sich das negative Chartsignal bestätigt, sollen die kommenden Tage zeigen.
Die Ölpreise kennen derzeit nur eine Richtung, und die geht nach oben. Die Sorge vor einer nachhaltig anziehenden Teuerung und den damit verbundenen Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur belastet zunehmend auch die Commerzbank. Die Aktie schloss gestern bei 35,86 Euro und damit in etwa auf dem Niveau von Mitte Juni. Danach ging es bis auf rund 43 Euro und damit zum Jahreshoch nach oben.
Dabei wurde auch die 200-Tage-Linie bei 36,18 Euro gerissen. In den kommenden Tagen muss sich zeigen, ob sich das negative Chartsignal bestätigt oder die Aktie wieder dreht. Auf den Kurs drückte gestern auch eine Änderung bei der Ratingempfehlung von Barclays.
Analystin Paola Sabbione sieht unter dem Strich kaum noch Kurspotenzial bei den Papieren. Sie hat das Kursziel für die Commerzbank von 42 auf 41 Euro gesenkt und die Aktie von „Overweight“ auf „Equal Weight“ abgestuft. Das Zinsergebnis des dritten Quartals erwartet sie etwas weniger deutlich verbessert als bisher gedacht. Der Wettbewerb um die Einlagen in Deutschland sei härter geworden, so Sabbione.
Tatsächlich scheint das Stimmungsbild unter den Experten, die die Aktie regelmäßig unter die Lupe nehmen, derzeit ausgewogen zu sein. Von 19 Analysten raten acht zum Kauf, neun zum Halten, und zwei würden sich aktuell von den Wertpapieren trennen. Das durchschnittliche Kursziel bietet mit 43,39 Euro indes noch rund 22 Prozent Potenzial.
Die kommenden Tage müssen zeigen, ob sich bei der Commerzbank der Abwärtstrend durch den Bruch der 200-Tage-Linie verfestigt. Die Situation ist derzeit sehr dynamisch und kann sich jederzeit auch wieder drehen. Investierte Anleger bleiben mit einem Stopp bei 31,00 Euro dabei.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Enthält Material von dpa-AFX
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