Die italienische Großbank UniCredit hat eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg zur Übernahme der Commerzbank genommen. Die EZB gibt grünes Licht für die Aufstockung der Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent. Damit hat die Übernahme eine weitere wichtige Hürde genommen.
- Die EZB genehmigt der UniCredit eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent an der Commerzbank.
- Weitere Zukäufe sind laut der UniCredit ohne Obergrenze erlaubt.
- Die EZB warnt lediglich vor einem herausfordernden und langwierigen Integrationsprozess.
Die Notenbank warnt die UniCredit zwar vor einem „herausfordernden und langwierigen“ Integrationsprozess, stellt sich letztlich aber nicht gegen die Aufstockung der Commerzbank-Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent. Die Notenbank, die die Aufsicht über die großen europäischen Banken führt, hat laut der UniCredit zudem weitere Zukäufe ohne Obergrenze genehmigt.
Für die Mailänder Großbank ist das ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kontrolle über die Commerzbank. Sie nennt die Entscheidung dementsprechend „einen wichtigen Meilenstein“. Sie unterstreiche die positive Einschätzung der EZB zu der Transaktion sowie das Vertrauen in die solide Fundamentalbasis der UniCredit und deren starke Stellung im europäischen Bankensektor.
Das Go der EZB kommt nicht überraschend. Die Notenbank hatte bereits im August signalisiert, dass sie sich trotz einiger Bedenken nicht gegen die Übernahme stellen werde. Die EZB betont grundsätzlich, dass grenzüberschreitende Bankenfusionen den EU-Binnenmarkt stärken können. Allerdings müssen noch weitere Aufsichtsbehörden grünes Licht geben.
Die UniCredit rechnet nach eigenen Angaben damit, die ausstehenden Genehmigungen, unter anderem von mehreren Kartellbehörden, bis zum Jahresende zu erhalten. Dann würde die Bank rund 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank halten und die Kontrolle übernehmen können.
UniCredit-Chef Andrea Orcel will der Commerzbank das eigene, kostengünstigere Geschäftsmodell überstülpen. Dabei dürfte das Auslandsnetz der Frankfurter Bank, das vor allem für den Mittelstand wichtig ist, deutlich verkleinert werden.
Die Zustimmung der EZB ist ein weiterer Baustein im Übernahmeprozess. Sie war so aber erwartet worden. Größere Auswirkungen auf den Kurs sind daher nicht zu erwarten. Anleger, die bereits investiert sind, halten an ihrer Position weiter fest.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 07:50
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