2026 ist kein Jahr der Immobilien-Aktien. Kein Wunder, steigende Zinsen sind Gift für den Sektor. Beim deutschen Branchenriesen Vonovia kommt auch noch ein massiver politischer Gegenwind hinzu. Das Ergebnis: Vonovia hat seit Jahresbeginn die schlechteste Performance der ganzen Branche in Europa.
- Vonovia verliert seit Jahresbeginn 30,9 Prozent. Kein anderer Wert im Stoxx 600 Real Estate war schlechter.
- Auch die deutschen Konkurrenten LEG und TAG Immobilien stehen massiv im Minus.
- Doch nicht alle Branchenwerte liefen schlecht. Zwei Aktien sind sogar zweistellig im Plus.
Der Stoxx Europe 600 Real Estate hat seit Jahresbeginn 6,7 Prozent verloren. Nicht gut, aber kein Vergleich zu Vonovia. Der deutsche Branchenprimus hat im gleichen Zeitraum ein Minus von 30,9 Prozent aufgetürmt. In den vergangenen zwölf Monaten waren es sogar 39,3 Prozent. Der Index verlor hier nur 8,8 Prozent. An der massiven Underperformance von Vonovia ändert auch die Stabilisierung der Aktie in dieser Woche oberhalb von 16,00 Euro nichts.
Das Bild zieht sich durch das ganze Tableau. Neben Vonovia rutschten auch die beiden anderen großen Branchenwerte stark ab. Seit Jahresbeginn liegt LEG bei minus 24,7 Prozent und TAG bei minus 19,6 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten musste LEG Immobilien 32,8 Prozent abgeben, TAG Immobilien 30,6 Prozent.
Auf der Gewinnerseite zeigt sich, dass es auch anders geht. Segro, der britische Logistikimmobilien-Spezialist, legte in zwölf Monaten um 35,5 Prozent zu und seit Jahresbeginn um 26,9 Prozent. Castellum aus Schweden folgt mit 10,5 Prozent beziehungsweise 16,7 Prozent.
Die Gründe für die Stärke von Segro: Die Nachfrage nach Logistikflächen zieht wieder an. Vor allem aber hat der Konzern von Prologis ein Übernahmeangebot erhalten. Castellum punktete wiederum mit einer strategischen Neuausrichtung.
Auch die massive Underperformance von Vonovia hat gute Gründe. Die Enteignungsdebatte in Berlin belastet den Konzern direkt. Zugleich ist der Schuldenstand trotz einiger Fortschritte weiter hoch und Vonovia damit von steigenden Zinsen überdurchschnittlich betroffen.
Nach dem Kursrutsch ist bei Vonovia sicherlich vieles eingepreist. Anleger lassen dennoch unverändert die Finger von der Aktie. Für einen Neueinstieg müsste sich zuerst das Zinsumfeld verbessern und in Berlin Klarheit entstehen. Beides ist derzeit nicht absehbar.
Heute, 09:52
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