Adidas wächst schneller als HOKA: Im Sommerquartal legte der Herzogenauracher Konzern um neun Prozent zu, die Laufschuhmarke nur um knapp sieben. HOKA-Schuhe sind die Konkurrenz zum Ultraboost von Adidas: Laufschuhe mit besonders dicker, weicher Sohle. Die Marke gehört zum US-Konzern Deckers, der am Donnerstagabend seine Umsatzprognose unter den Konsens senkte. Für Adidas zählt, woran das liegt.
Adidas-Aktie: Was die Deckers-Zahlen verraten
HOKA setzte im Quartal 677 Millionen Dollar um. Im Geschäftsjahr bis März war die Marke noch um knapp 16 Prozent gewachsen, jetzt erwartet Deckers nur noch ein hohes einstelliges Plus. Den Konzernumsatz sieht Deckers bei 5,70 bis 5,73 Milliarden Dollar, bisher waren 5,86 bis 5,91 Milliarden geplant. Die Mitte der neuen Spanne liegt 2,82 Prozent unter dem Konsens von 5,88 Milliarden.
Konzernweit fiel der vergleichbare Umsatz im Direktgeschäft um 6,40 Prozent. Bei HOKA wuchs der eigene Vertrieb wegen des schwachen US-Geschäfts nur um vier Prozent, der Großhandel dagegen um neun Prozent. Deckers nennt zwei Gründe: Einige neue Modellversionen kamen schwächer an als erwartet, und in den USA tobt eine Rabattschlacht, bei der Deckers nicht mitziehen will.
Adidas hatte für dasselbe Quartal am Dienstag vorläufige Zahlen gemeldet: 7,25 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge von 54,3 Prozent, getragen vom Vollpreisgeschäft und einer Zollerstattung von rund 200 Millionen Euro.
Die HOKA-Delle ist eher ein Markenthema als ein Branchensignal: Die Händler ordern weiter, schwach ist die Marke dort, wo sie selbst an US-Kunden verkauft. Ein Teil betrifft aber alle. Der US-Kunde kauft vorsichtiger, Rabatte drücken die Preise. Auch Adidas wuchs währungsbereinigt nur um sieben Prozent und damit langsamer als das Jahresziel von neun bis zehn Prozent. Puma legt am 30. Oktober vor und rechnet für 2026 mit weniger Umsatz.
Die Adidas-Aktie schloss gestern auf Xetra bei 159 Euro. Direkt darüber verläuft die 100-Tage-Linie bei 162 Euro, an der die Aktie am 21. Oktober mit dem Tageshoch von rund 163 Euro scheiterte. Nach unten stützt die 200-Tage-Linie bei 155 Euro, die Aktie notiert 2,75 Prozent darüber. Fällt sie darunter, rückt die 50-Tage-Linie bei 149 Euro in den Blick.
Ob Adidas dem US-Rabattdruck standhält, zeigen die endgültigen Quartalszahlen am 29. Oktober. Welche fünf Aktien die Redaktion für die jetzt beginnende stärkste Börsenphase favorisiert, lesen Sie im neuen AKTIONÄR.
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