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12.01.2018 Benedikt Kaufmann

Facebook ändert seinen Algorithmus: Aktie bricht ein – was tun?

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Facebook

Facebook will ab nächster Woche den Newsfeed drastisch ändern. Der Algorithmus soll Inhalte von Freunden und Gruppen stärker hervorheben – Inhalte von Marken und Medien werden weniger. Die Ankündigung sorgt für einen Aufschrei – der Kurs der Facebook-Aktie fällt um gut fünf Prozent.

Medienverlage sehen in den Änderungen einen Rückschritt in die Vergangenheit, einen Rückschritt in Zeiten des privaten Austauschs. Einige Medien beziehen bis zu 30 Prozent ihrer Leser oder Zuschauer über den Newsfeed – für sie bedeuten die neuen Änderungen massive Probleme.

Jedoch auch für die Plattform dürfte das Umstellen des Algorithmus Folgen haben: CEO Mark Zuckerberg erwartet, dass durch die Änderung die Nutzungsdauer von Facebook zurückgehe, dafür jedoch „wertvoller“ sein werde. Nicht „wertvoll“ für die Medienunternehmen, aber für die Nutzer und damit für Facebook.

Denn das soziale Netzwerk und einige Medienpartner planen bereits seit längerem eigene Inhalte zu veröffentlichen. Vorteil: Damit kann Facebook die Qualität der Inhalte selbst steuern. Wer nicht mit Facebook zusammenarbeitet wird jedoch benachteiligt – ein Machtkampf, den das soziale Netzwerk gewinnen könnte.

Zudem drohen bereits jetzt die gesponserten Posts im Meer von Marken- und Firmenspam unterzugehen. Facebook hat seine zwei Milliarden Nutzer nicht durch Newsspam gewonnen, sondern durch das menschliche Verlangen nach sozialer Interaktion und natürlicher Neugier.

Erscheint Werbung in einem Umfeld von Posts von Freunden und Familie, bekommt diese Werbung automatisch einen höheren Stellenwert. Was prominenter platzierte Werbeanzeigen bedeuten, dürfte klar sein: mehr Werbedollar für Facebook.

Die Menge der Anzeigen lässt sich kaum weiter steigern – die Preise dagegen schon. Ein Trend auf den Facebook bereits im vergangenen Jahr hinwies, nun durch die Änderung im Newsfeed fortgesetzt und gegenüber den Werbekunden begründet werden kann.

Weshalb die Aktie jetzt fällt? Bloße Panik, dass sich die geringere Nutzungsdauer auf die Wertigkeit der Werbung auswirkt. Dass dies nicht so sein muss, zeigt die obige Argumentation. DER AKTIONÄR empfiehlt daher Anlegern, die Facebook-Aktien neu oder nachkaufen möchten, ab Montag den Kurs genauer zu beobachten und den Kursrücksetzer zu nutzen.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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