27.05.2014 Stefan Sommer

E.on und RWE: Verlierer im DAX - die Hintergründe

-%
RWE
Trendthema

Die Versorgerwert E.on und RWE gehören am Dienstag zu den Verlierern im DAX. Grund dürften Gewinnmitnahmen bei den zuletzt gut gelaufenen Aktien sein. Seit Mitte Mai hatte RWE mehr als zwölf und E.on mehr als zehn Prozent zu gelegt. Auch ein negativer Analystenkommentar drückt bei den Anlegern auf die Stimmung.

Das Analysehaus Independent Research hat nach Medienberichten über eine mögliche Auslagerung von Kernkraftaktivitäten eine Verkaufsempfehlung für die beiden Versorgerwert E.on und RWE ausgesprochen. Eine Vereinbarung zwischen den AKW-Betreibern und der Politik mit einer Kostenbegrenzung für die Unternehmen wäre positiv für den Energiekonzern zu werten, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Dienstag. Allerdings bestünden für die Ergebnisentwicklung der beiden Versorger nach wie vor erhebliche regulatorische und juristische Risiken. Zudem seien die Aktien historisch und im Branchenvergleich derzeit ambitioniert bewertet. Das Kursziel für E.on hat der Experte bei 12,50 Euro belassen. Den fairen Wert bei RWE sieht Diermeier bei 25,00 Euro.

Charttechnisch betrachtet bleibt die E.on-Aktie in ihrer seit Mitte September bestehenden Seitwärtsrange zwischen 13,00 Euor und 14,40 Euro. Würde dem Wert der Ausbruch nach oben gelingen, wäre der Weg bis in den Bereich von 15,50 Euro frei.

Die charttechnische Situation hat sich bei RWE zuletzt deutlich verbessert. Der Wert notiert derzeit vor dem Widerstand bei 29,00 Euro und könnte durchaus in den kommenden Tagen einen Angriff auf das bisherige 52-Wochen-Hoch bei 30,73 Euro starten. Die nächste Unterstützung findet sich im Bereich der 26-Euro-Marke.

E.on favorisiert

DER AKTIONÄR sieht insgesamt im Versorgersektor mehr Potenzial für die E.on-Aktie. Für die Energiewende ist E.on besser aufgestellt als RWE. Investierte Anleger bleiben vorerst bei E.on dabei. Ein Neueinstieg bietet sich allerdings bei beiden Werten erst beim Überschreiten des Jahreshochs an.

(Mit Material von dpa-AFX)