Mit den Aktien deutscher Wohnimmobilienunternehmen war in den vergangenen Monaten nur wenig zu holen. Die drei großen Branchenvertreter LEG, TAG Immobilien und Vonovia befinden sich in einem intakten Abwärtstrend. Branchenkenner sprechen mittlerweile von attraktiven Bewertungen. Ein Blick auf den Chart zeigt: Hier könnte ein Trendwechsel bevorstehen.
Die Immobilien-Aktien in Deutschland legen heute deutlich zu, weil gleich mehrere positive Faktoren zusammenkommen: Zum einen hellt sich das fundamentale Umfeld leicht auf. Die Immobilienpreise zeigen eine Stabilisierung beziehungsweise erste Anstiege im Jahresvergleich, und auch die Mieten entwickeln sich robust. Das nährt die Hoffnung, dass die Talsohle im Sektor durchschritten sein könnte.
Zum anderen spielen Zinserwartungen eine Rolle. Aktuell hält die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen unverändert – mit einem Einlagensatz von 2,00 Prozent und einem Hauptrefinanzierungssatz von 2,15 Prozent.
Darüber hinaus nimmt der Verkaufsdruck ab, nachdem Hedgefonds dem Vernehmen nach bei einzelnen Titeln ihre Short-Positionen reduziert haben. Das sorgt für technische Gegenbewegungen und zwingt teilweise auch Leerverkäufer zum Eindecken.
Nach der massiven Korrektur der vergangenen Jahre wirken viele Bewertungen zudem wieder attraktiv, was Schnäppchenjäger anzieht. Zudem werden Branchen bevorzugt, in der es keine KI-Sorgen gibt. In Summe führen charttechnische Faktoren, verbesserte Fundamentaldaten und ein Stimmungsumschwung heute zu den kräftigen Kursgewinnen bei dem heimischen Immobilien-Trio.
Auch wenn Vonovia, LEG und TAG Immobilien nach der langen Talfahrt derzeit keine laufenden Empfehlungen des AKTIONÄR sind, können risikobewusste Anleger einen ersten Fuß in die Tür stellen, um auf ein nachhaltiges Comeback zu setzen. Erweist sich der heutige Anstieg als Strohfeuer, sichert ein enger Stopp die Positionen ab.
Heute, 14:15