Kommentare aus den Reihen der US-Notenbank Fed zur Zinsentwicklung haben die US-Börsen am Dienstag etwas ausgebremst. Anleger richten ihren Blick daher bereits auf die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Mittwoch. Am Freitag stehen zudem Verbraucherpreise an. Die Daten dürften Hinweise auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed geben.
Laut der Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, könnten die Zinsen für längere Zeit unverändert bleiben. Die Auswirkungen der jüngsten Zinssenkungen sollten zunächst bewertet und die weitere Entwicklung der Wirtschaft beobachtet werden.
Der Dow Jones, der im frühen Handel sein Rekordhoch bis auf fast 50.513 Punkte hochgeschraubt hatte, beendete den Tag mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 50.188,14 Zählern. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,33 Prozent auf 6.941,81 Punkte nach. Der von Tech-Schwergewichten dominierte Nasdaq 100 sank um 0,56 Prozent auf 25.127,64 Zähler.
Unter den Aktien der Old Economy zählten Coca-Cola zu den Verlierern. Der Getränkekonzern blieb mit seiner Umsatzprognose für dieses Jahr etwas hinter den Marktschätzungen zurück. Diese seien allerdings hoch gewesen, hieß es von JPMorgan. Die in den vergangenen Monaten bereits stark gelaufenen Papiere des Chemiekonzerns DuPont legten weiter zu, nachdem der Quartalsgewinn die Erwartungen übertroffen hatte. Der Reifenhersteller Goodyear rechnet im ersten Quartal mit sinkenden Volumina, die das Jahresergebnis belasten dürften. Daraufhin sackte der Kurs deutlich ab.
Im Tech-Sektor zogen die Anteile des Chip-Herstellers ON Semiconductor nach einem schwachen Start deutlich an. Der Konzern hatte am Montagabend seine Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt. In den vergangenen drei Monaten verzeichnete das US-Unternehmen einen zweistelligen Umsatzeinbruch, und auch der Gewinn je Aktie fiel deutlich. Was zunächst dramatisch klingt, ist jedoch kein Grund zur Sorge, da im Vorfeld bereits mit einem Rückgang gerechnet worden war.
Die Aktien von Spotify schnellten um rund 15 Prozent nach oben. Der Streamingdienst verdiente im vierten Quartal dank einer wachsenden Abonnentenzahl deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Im Berichtszeitraum stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAUs) auf rund 751 Millionen, ein Plus von etwa elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Premium-Abonnenten erhöhte sich auf rund 290 Millionen.
„Spotify ist im Musikstreamingmarkt sehr gut positioniert und dürfte von den langfristigen Wachstumsaussichten profitieren. Auch die jüngsten US-Preiserhöhungen dürften für Rückenwind sorgen“, heißt es bei der DZ Bank. „Wir bestätigen deshalb unser Kaufen-Votum für die historisch niedrig bewertete Aktie und sehen nach dem starken Kursrückgang der vergangenen Wochen eine hervorragende Einstiegschance.“
Hinweis auf Interessenkonflikte: Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Spotify.
(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 22:05