Ferrari: 470.500 Euro je Fahrzeug – Aktie so stark wie zuletzt 2019

Ferrari: 470.500 Euro je Fahrzeug – Aktie so stark wie zuletzt 2019
Foto: Ferrari
Ferrari N.V. -%
Julian Weber Heute, 15:15 Julian Weber

Mit der Ferrari-Aktie war im letzten Jahr wenig zu gewinnen: Über 40 Prozent büßte das Papier seit dem Allzeithoch ein. Doch das ist jetzt Geschichte: Der Sportwagenbauer präsentierte am Dienstag starke Geschäftszahlen, die Aktie klettert um zeitweise mehr als elf Prozent – so stark wie seit Januar 2019 nicht mehr. Das überzeugt die Anleger.

Ferrari hat im vierten Quartal operativ deutlich zugelegt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro. Damit übertraf der Luxusautohersteller die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,77 Milliarden Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 8,9 Prozent auf 700 Millionen Euro. Hier wurden lediglich 662 Millionen Euro erwartet. Die entsprechende Marge lag bei starken 38,8 Prozent.

Auch auf EBIT-Ebene fiel das Bild besser aus als prognostiziert: Ferrari erzielte 513 Millionen Euro, ein Plus von 9,6 Prozent. Der Konsens hatte bei 484 Millionen Euro gelegen. Unter dem Strich verdiente der Konzern 381 Millionen Euro, was einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach und knapp unter den erwarteten 383 Millionen Euro lag.

Starker Cashflow trotz rückläufiger Auslieferungen

Deutlich stärker entwickelte sich dagegen der industrielle Free Cash Flow. Er stieg trotz rückläufiger Auslieferungen um 45 Prozent auf 321 Millionen Euro und lag klar über den erwarteten 232 Millionen Euro. Konkret hat der Sportwagenbauer aus Maranello im Q4 3.152 Fahrzeuge und damit 5,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum verkauft. Besonders deutlich fiel der Rückgang in China inklusive Hongkong und Taiwan aus. Dort sanken die Stückzahlen um 36 Prozent. In Nord- und Südamerika betrug das Minus 8,2 Prozent. In der Region EMEA blieb das Volumen stabil.

Trotz der geringeren Auslieferungen steigerte Ferrari Umsatz und Margen. Ausschlaggebend war der starke Produktmix. Der durchschnittliche Verkaufspreis erreichte mit 470.500 Euro je Fahrzeug einen erneuten Rekordwert. Gleichzeitig legte der Umsatz aus Sponsoring, kommerziellen Aktivitäten und der Marke um 16 Prozent auf 213 Millionen Euro zu. Auch individualisierte Fahrzeuge trugen spürbar zum Ergebnis bei.

Ausblick sorgt für Optimismus

Für zusätzliche Entlastung sorgte der neue Ausblick. Ferrari erwartet für 2026 ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Abschreibungen von mindestens 2,93 Milliarden Euro und liegt damit über dem Konsens. Das bereinigte EBIT soll mindestens 2,22 Milliarden Euro erreichen. Der industrielle Free Cashflow wird bei mindestens 1,5 Milliarden Euro gesehen. Damit stellt das Management wieder mehr Wachstum in Aussicht: Im laufenden Jahr lag das bereinigte operative Ergebnis bei 2,77, der EBIT bei 1,59 und der Cashflow bei 1,54 Milliarden Euro. Stützend wirkt dabei der hohe Auftragsbestand, der nach Unternehmensangaben bis Ende 2027 reicht und verschafft Planungssicherheit in einem herausfordernden Umfeld.

Ferrari (WKN: A2ACKK)

Ferrari hatte im abgelaufenen Jahr mit mehreren Herausforderungen – etwa den US-Importzöllen oder der schwindenden Luxusnachfrage in China – zu kämpfen. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Dennoch sind diese besser als erwartet ausgefallen. Hoffnung auf steigende Kurse macht dagegen vor allem der starke Ausblick. Nach der Talfahrt könnte sich die Aktie nun wieder fangen, Anleger warten vor einem Einstieg jedoch noch ab.

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