Optimistische Wachstumsprognosen des taiwanesischen Chip-Giganten TSMC haben den Aktien deutscher Zulieferer für die Chip-Industrie am Donnerstag kräftig Aufwind verliehen. Ansonsten tat sich am deutschen Aktienmarkt jedoch wenig. Der lange Zeit lethargische DAX konnte erst im späten Handel etwas zulegen und schloss mit einem Plus von 0,26 Prozent auf 25.352 Punkte.
Der deutsche Leitindex hält sich damit in Schlagdistanz zum jüngsten Rekordhoch bei gut 25.500 Zählern. Weder die Quartalsbilanzen großer US-Investmenthäuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley noch solide Konjunkturdaten aus den USA hinterließen am deutschen Markt Spuren.
Der Rücksetzer des DAX vom Mittwoch habe deutlich gemacht, "dass die Luft jenseits der 25.500 Punkte dünner wird", resümierte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades. Nach einer beeindruckenden Serie von acht gewinnbringenden Handelstagen in Folge habe zuletzt wieder die "Schwerkraft" Einzug gehalten.
TSMC verleiht Schwung
Euphorie für die Branche der Zulieferer von Halbleiterherstellern lösten die Wachstumsperspektiven der taiwanesischen TSMC aus. Der weltweit größte Chip-Produzent will die Investitionen in den kommenden drei Jahren erheblich ausweiten, um so einer boomenden Nachfrage nach Halbleitern Herr zu werden, vor allem solcher nach Komponenten für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI).
Daraufhin waren auch die Aktien deutscher Zulieferer gefragt. So stieg Aixtron um 5,7 Prozent und SUSS Microtec schnellte um 10,7 Prozent nach oben. Die Papiere des Spezialisten für Plasmatechnik PVA Tepla gewannen 8,4 Prozent und Siltronic 3,1 Prozent. Siltronic produziert mit sogenannten Wafern quasi das Ausgangsmaterial für Computerchips.
RWE und Adidas stark, Fresenius schwach
An der DAX-Spitze kletterte RWE mit plus 2,8 Prozent erstmals seit 2011 über die rund Marke von 50 Euro. Mit UBS und der Bank of America rieten gleich zwei große Investmentbanken zum Kauf der Aktie.
Adidas legte nach einem Rückschlag zum Jahresbeginn um 1,4 Prozent zu. Ein positiver Kommentar der spanischen Banco Santander mit der Empfehlung "Outperform" gab Auftrieb.
Größter Verlierer im DAX war Fresenius mit 4,5 Prozent Minus. Die Aktien des Gesundheitskonzerns waren am Vortag auf das höchste Niveau seit 2019 geklettert.
Drägerwerk steigt deutlich
Unter den kleineren Titeln im SDAX legte Drägerwerk um 9,3 Prozent kräftig zu. Die Eckdaten für 2025 des Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik und die Prognosen für 2026 kamen bei Anlegern gut an.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SUSS Microtec.
Heute, 18:07