Aixtron hat von einem starken Schlussquartal 2025 profitiert und dadurch die Konsenserwartungen für das abgelaufene Gesamtjahr übertroffen. Deutlich weniger optimistisch fiel dagegen der Ausblick auf das laufende Jahr aus. Anleger und Analysten setzen jedoch auf mittelfristige Impulse durch Chips für die effiziente Stromversorgung in KI-Rechenzentren.
„Wesentliche Fantasie auf mittlere Sicht bleibt der Einsatz energieeffizienter GaN-Chips im Rahmen der kommenden 800V-DC-Stromversorgungsarchitektur in KI-Rechenzentren, deren Hochlauf ab 2027 zu erwarten ist“, heißt es bei der DZ Bank. „Dies könnte bereits ab dem zweiten Halbjahr zu einem Sprung bei Aixtrons Auftragseingängen führen.“ Analyst Armin Kremser hat seine Gewinnschätzungen angehoben und den fairen Wert je Aktie von 20 auf 32 Euro erhöht.
Mit seiner positiven Einschätzung steht er nicht allein: Deutsche Bank Research hat das Kursziel von 20 auf 31 Euro angehoben und die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Analyst Michael Kuhn empfiehlt Anlegern, über den vorsichtigen Ausblick für 2026 hinwegzusehen und bereits die für 2027 erwartete Beschleunigung in den Fokus zu rücken. Der Chipausrüster habe die Markterwartungen zuletzt effektiv nach unten gemanagt und damit das Risiko weiterer Enttäuschungen reduziert.
Auch Berenberg zeigt sich optimistischer: Analyst Gustav Froberg hob nach den Zahlen zum vierten Quartal 2025 das Kursziel von 21 auf 31 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Umsatz, Auftragseingang und operatives Ergebnis (EBIT) hätten die Erwartungen übertroffen. Allerdings seien die Prognosen für das laufende erste Quartal sowie für das Gesamtjahr hinter den Markterwartungen zurückgeblieben.
Die Aixtron-Aktie gibt zum Wochenstart mit dem Gesamtmarkt etwas nach, befindet sich insgesamt jedoch klar im Aufwind. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von rund 40 Prozent zu Buche. Die mittel- und langfristigen Wachstumstreiber sind intakt – vor allem die Stromversorgung von KI-Rechenzentren sorgt für Fantasie. Kurzfristig dürfte die Aktie nach dem jüngsten Anstieg dennoch eine Verschnaufpause einlegen, zumal das erste Quartal saisonal bedingt traditionell eher schwächer ausfällt. Anleger können versuchen, die Aktie im Bereich um 20/22 Euro abzustauben.
Heute, 11:03