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Aixtron‑Aktie im Rallymodus: Darum bleiben die Bullen jetzt am Drücker

Aixtron‑Aktie im Rallymodus: Darum bleiben die Bullen jetzt am Drücker
Foto: T. Schneider/Shutterstock
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Michael Schröder Heute, 09:26 Michael Schröder

Nach Umsatz- und Gewinneinbußen geht Aixtron mit gedämpften Erwartungen in das laufende Geschäftsjahr. Dass 2026 nochmals ein Übergangsjahr wird, stört die Investoren allerdings nicht wirklich. Sie setzen bei der Aktie des Chipausrüsters auf Rückenwind aus verschiedenen Bereichen, der ab dem kommenden Jahr einsetzen dürfte.

Vor allem das wichtige Geschäft mit Anlagen zur Herstellung von Leistungshalbleitern – etwa für die Elektromobilität – dürfte sich 2026 zunächst schwierig entwickeln. Vorstandschef Felix Grawert setzt daher weiter auf Kostendisziplin und Einsparungen, unter anderem durch einen Personalabbau am Stammsitz in Herzogenrath. Seit geraumer Zeit leidet das Unternehmen unter einer schwachen Nachfrage nach Leistungshalbleitern auf Basis von Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC). Hintergrund sind verhaltene Absätze bei E-Autos, Smartphones und Laptops.

Für 2026 erwartet Aixtron insbesondere im Bereich der SiC-Leistungselektronik einen deutlichen Rückgang. Grund sind weiterhin signifikante Überkapazitäten im Markt. Moderates Wachstum bei GaN-Leistungselektronik sowie ein voraussichtlich starkes Plus in der Optoelektronik dürften dies nur teilweise ausgleichen. Letztere profitiert vom steigenden Bedarf an schnellen optischen Datentransfers in KI-Rechenzentren und beim Video-Streaming. Im LED-Geschäft rechnet das Unternehmen mit einem stabilen Marktumfeld.

Mittelfristig erwartet Aixtron wieder Rückenwind. Mit der zunehmenden Einführung von 800-Volt-Batteriesystemen in der Elektromobilität dürfte der Einsatz von SiC-Bauelementen im Antriebsstrang und in der Ladeinfrastruktur steigen. Das sollte sich ab 2027 positiv auf die Nachfrage nach entsprechenden Produktionsanlagen auswirken. Auch bei GaN-Chips rechnet das Unternehmen mit einer deutlichen Belebung.

Analysten teilen diese Einschätzung. DZ-Bank-Analyst Armin Kremser geht davon aus, dass im Zuge des für 2027 geplanten breiten Hochlaufs von Nvidias 800-Volt-Architektur in KI-Rechenzentren bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 steigende Bestellungen für Aixtron sichtbar werden. Damit könnte im Folgejahr ein kräftiger Wachstumsschub eingeleitet werden.

Auch JPMorgan hebt den Daumen. Mit Blick auf die Zahlen des Chipausrüsters gebe es nichts zu befürchten, so Analyst Craig McDowell. Selbst nach der Rally traut er der Aktie weiteres Potenzial zu. Er hob das Kursziel von 25,20 auf 31,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“.

Jefferies erhöhte den fairen Wert der Aktie von 27,00 auf 30,30 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Am Mittelpunkt der Jahreszielspannen für 2026 habe sich seit den ersten Angaben im Rahmen der vorläufigen Eckdaten zum dritten Quartal 2025 praktisch nichts geändert, so Analyst Om Bakhda. Die Geschäftsentwicklung bleibe derzeit schwer vorhersehbar. Eine zunehmend konservative Prognosesetzung halte er daher für attraktiv, zumal die kurzfristigen Ausgabenmuster im Bereich Datenkommunikation die Stärke in der Optoelektronik untermauern dürften.

Aixtron (WKN: A0WMPJ)

Die Aixtron-Aktie erholte sich gestern nach Vorlage der Zahlen von anfänglichen Verlusten von gut zehn Prozent und schloss im Plus. Heute setzt sie ihren Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von fast 45 Prozent zu Buche. Die abwartende Haltung des AKTIONÄR hat sich in diesem Fall als zu konservativ erwiesen.

Die mittel- und langfristigen Wachstumstreiber bleiben KI-Infrastruktur, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Insbesondere die Stromversorgung von KI-Rechenzentren gilt als potenziell größte Einzelanwendung für GaN-Leistungshalbleiter. Amazon, Alphabet, Meta und Co. haben zuletzt ihre Investitionspläne für das laufende Jahr massiv aufgestockt. Ein Großteil dieses Kapitals fließt in KI-Infrastruktur. Immer mehr Analysten sehen Aixtron als möglichen Profiteur dieser Entwicklung. DER AKTIONÄR bleibt dabei: Kurzfristig dürfte die Aktie nach dem jüngsten Anstieg dennoch eine Verschnaufpause einlegen, zumal sich das erste Quartal saisonal bedingt traditionell eher schwächer zeigt.

(Mit Material von dpa-AFX) 

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