Im Sog von Amazon, Alphabet, Meta und Co: Ist das die nächste große KI‑Wette?

Im Sog von Amazon, Alphabet, Meta und Co: Ist das die nächste große KI‑Wette?
Foto: Midjourney/Werbefritz_KI
Michael Schröder Heute, 19:00 Michael Schröder

Amazon, Alphabet, Meta und Co haben zuletzt ihre Investitionspläne für das laufende Jahr in atemberaubende Höhen aufgestockt – allen voran Amazon auf insgesamt rund 200 Milliarden Dollar. Zum größten Teil fließt dieses Geld in KI-Infrastruktur. Immer mehr Analysten sehen diesen heimischen Chipzulieferer als einen möglichen Profiteur.

Die Aixtron-Aktie sei ein bislang unterschätzter KI-Wert, so Analyst Om Bakhda. Die zunehmende Stärke der Investitionsausgaben von Hyperscalern sowie jüngste Aussagen über vorgezogene Investitionen einiger Netzwerkunternehmen dürften dem Unternehmen in die Karten spielen.

Hinzu kommt laut Bakhda das ohnehin spannende mittelfristige Narrativ für GaN-Leistungselektronik sowie geringere Risiken im Bereich Siliziumkarbid. Insgesamt sieht der Branchenkenner eine gute Ausgangslage für eine Neubewertung der Aktie. Folgerichtig hob er sein Kursziel von 18,20 auf 27,00 Euro an und passte auch seine Einschätzung von „Hold“ auf „Buy“ an.

Diese doppelte Hochstufung kommt am Markt gut an: Mit dem heutigen Kurssprung nehmen die Aktien ihre Ende Oktober gestartete Rally nach einer kurzen Konsolidierung wieder auf. Bereits damals hatten Analysten nach einer Durststrecke Anzeichen einer Geschäftsbelebung ausgemacht und auf großes KI-Potenzial verwiesen. Aixtron sei die nächste große Wette mit Blick auf KI und Rechenzentren und vermutlich der am meisten unterschätzte KI-Profiteur der Branche, hatte etwa die Investmentfirma Kerrisdale Capital Anfang November geschrieben.

Im Fokus steht vor allem das langfristige Geschäftspotenzial durch neue Energiearchitekturen für stromhungrige KI-Rechenzentren. Dafür werden Elektronikchips benötigt, die mit Anlagen von Aixtron hergestellt werden. Konkret geht es um die Einführung neuer 800-Volt-Architekturen, die sowohl Chips aus Galliumnitrid (GaN) als auch aus Siliziumkarbid (SiC) erfordern. Diese sind effizienter als herkömmliche Siliziumchips.

JPMorgan-Analyst Craig McDowell sprach Mitte Januar bereits von einem breiten Aufschwung in allen Produktkategorien. Die Auftragslage dürfte sich 2026 verbessern, was die Umsatzschätzungen ab 2027 antreiben sollte. Er hatte das Kursziel für Aixtron damals bereits deutlich von 13,50 auf 25,20 Euro erhöht und die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft.

Aixtron (WKN: A0WMPJ)

Ein Blick auf den Chart zeigt: Die Aktie befindet sich weiterhin auf Erholungskurs, nachdem sie von knapp 40 Euro Ende 2023 bis zum Frühjahr 2025 zwischenzeitlich auf 8,45 Euro abgesackt war. Der Ausblick auf das laufende Jahr, den Aixtron am 26. Februar gemeinsam mit dem Jahresabschluss für 2025 veröffentlichen wird, muss zeigen, ob die Investoren hier bereits zu viele Vorschusslorbeeren verteilt haben oder ob Aixtron tatsächlich wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren und höhere Notierungen erreichen kann.

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