Die Aktie von Apple steht zum Start in die neue Woche unter Druck, im vorbörslichen US-Handel verliert das Papier rund 1,2 Prozent. Grund dafür ist der wachsende Gegenwind seitens der Analystengemeinde, nach dem nun auch die Investmentbank Jefferies eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen hat. Dort sieht man neue Probleme beim iPhone.
In einer Studie am Montag stufte Analyst Edison Lee die Apple-Aktie von „Hold“ auf „Underperform“ ab und senkte parallel dazu das Kursziel von 285,56 auf 263,66 Dollar. Gegenüber dem Freitags-Schlusskurs von 313,06 Dollar entspricht das fast 16 Prozent Rückschlagpotenzial.
Im Zentrum der Kritik steht Apples Fähigkeit, den durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP) seiner iPhones dauerhaft zu steigern. Lee stützt seine skeptische Einschätzung auf eigene Lieferketten-Checks: Apple habe demnach Pläne für ein Ganzglas-iPhone zum 20. Jubiläum wegen zu geringer Produktionsausbeute gestrichen. „Das zeigt, dass die Einführung neuer Formfaktoren beim iPhone zur Steigerung des Durchschnittspreises schwieriger ist als erwartet", schreibt Lee.
Der Schritt sei ein erheblicher Rückschlag für Apples Bemühungen, das iPhone-Portfolio mit teureren Modellen nach oben zu verbreitern – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Speicherchippreise massiv steigen. Damit rückt das faltbare iPhone, das Apple voraussichtlich im September vorstellen wird, in eine exponierte Position.
Laut Lee werde es „künftig der einzige wesentliche Treiber für höhere Durchschnittspreise und Margen“ sein. Doch auch hier sind die Erwartungen gedämpft: Die stark gestiegenen Speicherpreise dürften das Gerät in eine sehr hohe Preisklasse zwingen – und Lee hält ein derart teures Produkt letztlich für ein Nischenprodukt.
Dass die Materialkosten ein strukturelles Problem darstellen, unterstreicht auch eine aktuelle Analyse der Marktforscher von TrendForce: Die Herstellungskosten für das iPhone 18 Pro (256 GB) könnten im dritten Quartal rund 38 Prozent höher liegen als beim Vorgängermodell. Speicherpreise haben sich seit Anfang 2025 laut dem Marktforschungsunternehmen verfünf- bis versiebenfacht. Apple steht damit vor der Wahl, die Mehrkosten an Kunden weiterzugeben oder die eigene Marge zu belasten.
Die Abstufung durch Jefferies ist kein Einzelfall. Nach Bloomberg-Informationen empfehlen inzwischen sechs Analysehäuser die Aktie zum Verkauf – so viele wie zuletzt 2012. Das entspricht fast elf Prozent aller Experten, die sich mit dem iPhone-Konzern beschäftigen. Zwar raten 56 Prozent der Analysten nach wie vor zum Kauf der Aktie, doch bei vergleichbaren Mega-Caps wie Microsoft, Amazon oder Nvidia liegt dieser Wert jeweils über 90 Prozent. Bereits im Juli hatte KeyBanc Capital Markets Apple auf „Underweight" gesenkt, mit Verweis auf Bewertungs- und Nachfragerisiken.
Die Aktie verlor am Montag im vorbörslichen Handel etwas mehr als ein Prozent und notiert damit rund zehn Prozent unter ihrem jüngsten Hoch. Zuletzt hatte Apple mit einem schwachen Umsatzausblick infolge von Komponentenengpässen enttäuscht. Die Kombination aus Produktionsproblemen, steigenden Bauteilkosten und schwindender Analystenunterstützung erhöht den Druck auf das Management, überzeugende Antworten beim iPhone-18-Zyklus zu liefern.
Die Präsentation der neuen Modelle steht in gut vier Wochen an und könnte für frische Impulse sorgen – ebenso wie der Wechsel an der Konzernspitze, wenn Tim Cook den Posten als CEO zum 1. September an John Ternus übergibt. DER AKTIONÄR bleibt langfristig bullish für Apple.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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