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BASF will Evonik übernehmen

BASF will Evonik übernehmen
Foto: Evonik Industries AG
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Thomas Bergmann Heute, 13:25 ‧ Thomas Bergmann
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Aus den Übernahmegerüchten wird offenbar Ernst: BASF hat Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung einem Bericht der Financial Times zufolge einen Zusammenschluss vorgeschlagen. Noch ist der Milliarden-Deal längst nicht sicher. Für die deutsche Chemiebranche wäre er ein Paukenschlag – und für beide Aktien ein neuer Kurstreiber.

  • BASF soll einen konkreten Vorstoß unternommen haben
  • Evonik kommt auf einen Unternehmenswert von rund zwölf Milliarden Euro
  • Die RAG-Stiftung hält rund 44 Prozent und hat eine Schlüsselrolle

Bereits seit Tagen wird über ein Interesse von BASF an Evonik spekuliert. Nun bekommt die Geschichte deutlich mehr Substanz. Laut Financial Times haben die Ludwigshafener Evonik und der RAG-Stiftung zuletzt einen Zusammenschluss vorgeschlagen. BASF soll bereits seit Jahresbeginn mit Banken über eine mögliche Übernahme sprechen.

An der Börse sorgt die Meldung für ein Kursfeuerwerk. Die Evonik-Aktie springt zeitweise um zehn Prozent nach oben. Anleger setzen darauf, dass BASF bei einem konkreten Angebot eine deutliche Prämie auf den aktuellen Börsenwert zahlen müsste.

Evonik bringt rund 8,4 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Einschließlich der Nettoverschuldung liegt der Unternehmenswert bei etwa zwölf Milliarden Euro, so die FT. BASF selbst wird mit rund 47 Milliarden Euro bewertet.

Entscheidend dürfte die Haltung der RAG-Stiftung werden. Sie kontrolliert rund 44 Prozent der Evonik-Aktien. Neben der Höhe des möglichen Angebots müsste BASF die Stiftung und das Evonik-Management auch vom strategischen Nutzen des Zusammenschlusses überzeugen.

Evonik Industries (WKN: EVNK01)

Gemeinsam kamen beide Konzerne zuletzt auf einen Umsatz von 74 Milliarden Euro. BASF könnte durch Evonik sein Geschäft mit Spezialchemikalien stärken und zugleich seine Präsenz in Asien und den USA ausbauen. Überschneidungen vor allem in Deutschland versprechen zudem Einsparpotenzial.

Allerdings wäre die Integration komplex. Auch die Wettbewerbshüter dürften einen möglichen Zusammenschluss genau prüfen. Zudem befindet sich BASF selbst mitten im Konzernumbau. Der Verkauf der Mehrheit am Lackgeschäft und der geplante Börsengang der Agrarsparte würden allerdings finanziellen Spielraum schaffen.

Die Meldung verleiht der Übernahmefantasie bei Evonik deutlich mehr Substanz. Anleger sollten den steigenden Kursen aber nicht blind hinterherlaufen. Noch fehlen ein konkretes Angebot und die Zustimmung der RAG-Stiftung. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen und beachten den Stopp bei 13,00 Euro.

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