Apple übertrifft im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street bei Umsatz und Gewinn. Ein starkes iPhone-Geschäft und der Erfolg des neuen Mac-Einsteigermodells treiben das Ergebnis. Die Aktie fällt nachbörslich dennoch um rund zwei Prozent, da das Service-Geschäft und die Erlöse in China hinter den Prognosen zurückbleiben.
Im letzten Quartalsbericht unter der Führung von CEO Tim Cook liefert Apple ein starkes Zahlenwerk ab. Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal um 16 Prozent auf 109,42 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 29,79 Milliarden Dollar.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
- Gesamtumsatz: 109,42 Milliarden Dollar (Konsens: 108,85 Milliarden Dollar).
- Gewinn je Aktie: 2,02 Dollar (Konsens: 1,89 Dollar). Hinweis: Das Ergebnis beinhaltet einen positiven Sondereffekt von 0,11 Dollar je Aktie durch Zollerstattungen.
- iPhone-Umsatz: 54,25 Milliarden Dollar (Konsens: 53,60 Milliarden Dollar) – ein Plus von 22 Prozent.
- Mac-Umsatz: 10,35 Milliarden Dollar (Konsens: 8,62 Milliarden Dollar) – ein Anstieg um 29 Prozent.
- Services-Umsatz: 30,74 Milliarden Dollar (Konsens: 31,36 Milliarden Dollar).
- Greater China: 18,82 Milliarden Dollar (Konsens: 19,58 Milliarden Dollar).
- Bruttomarge: 50,1 Prozent (Konsens: 48,0 Prozent). Die Spanne profitierte ebenfalls von den Zollerstattungen.
Hardware überrascht, China und Services enttäuschen
Das iPhone bleibt das Zugpferd des Konzerns. Der Umsatz der Smartphone-Sparte legt im Jahresvergleich um 22 Prozent zu. Bei den Computern sorgt das im März eingeführte, günstigere MacBook Neo zusammen mit dem MacBook Pro für einen Umsatzsprung von knapp 29 Prozent.
Dennoch gibt die Aktie im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent nach. Anleger stören sich an zwei zentralen Punkten: Das margenstarke Service-Segment verfehlt die Markterwartungen von 31,36 Milliarden Dollar. Zudem bleiben die Erlöse in der wichtigen Region Greater China mit 18,82 Milliarden Dollar unter den geschätzten 19,58 Milliarden Dollar.
Speicherchip-Krise und der Wechsel an der Spitze
Die weltweite Verknappung bei Speicherchips sorgt zunehmend für steigende Bauteilkosten. Apple hat die Preise für Macs und iPads vor Ende des Quartals bereits angehoben. Der Markt achtet im Analysten-Call genau auf Aussagen zu den künftigen Margen im vierten Geschäftsquartal.
Der Bericht markiert das Ende einer Ära. Tim Cook übergibt am 1. September den Posten des CEO an den bisherigen Hardware-Chef John Ternus. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern setzt Apple auf eine schlanke Investitionsstrategie beim Thema Künstliche Intelligenz. Statt hunderte Milliarden Dollar in eigene Rechenzentren zu pumpen, lizenziert Apple KI-Technologie von Partnern wie Google. Das schont den freien Cashflow.
Apple überzeugt im Hardware-Geschäft und beweist beim iPhone hohe Preismacht. Die leichte Verfehlung im China-Geschäft und bei den Services bremst den Kurs kurzfristig, ändert jedoch nichts an der fundamentalen Stärke des Dow-Jones-Konzerns. Die schlanke KI-Kostenstruktur schützt die Cashflows in einem von hohen Investitionen geprägten Marktumfeld. Die Aktie bleibt ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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