Die militärische Zuspitzung im Nahen Osten setzt Reise- und Airline-Aktien massiv unter Druck. Im frühen Handel rutscht die Aktie von TUI auf der Handelsblattform Tradegate um mehr als neun Prozent ab, Lufthansa-Aktien verlieren ähnlich stark. Für die Kranich-Airline bedeutet das auch einen weiteren Dämpfer im Wettbewerb um eine mögliche Rückkehr in den DAX.
Hintergrund ist die jüngste Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben mehrere Verbindungen in den Nahen Osten vorerst gestrichen. Zusätzlich sorgt ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern für neue Unsicherheit in der Region.
Parallel dazu zogen die Ölpreise deutlich an – ein Faktor, der Fluggesellschaften besonders trifft. Steigende Kerosinkosten, operative Einschränkungen und mögliche Flugausfälle belasten die Branche gleich mehrfach. Laut JPMorgan-Analyst Harry Gowers wirkt sich der Konflikt negativ auf die Profitabilität der Airlines aus und dürfte zumindest kurzfristig auch die Anlegerstimmung eintrüben. In diesem angespannten Umfeld stuft er Ryanair als vergleichsweise defensiv ein.
Nach den US- und israelischen Luftangriffen auf den Iran zieht die Lufthansa die Reißleine: Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran sind bis 8. März gestrichen. Auch zahlreiche Lufträume der Region werden vorerst gemieden. Dubai-Flüge pausieren bis 4. März, ebenso Überflüge der VAE. Der Konzern betont die dynamische Lage und prüft laufend eine Wiederaufnahme. Betroffene Kunden erhalten ihr Geld zurück oder können umbuchen – selbst bei Reisen bis 15. März.
Die Aktie von TUI ist derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Bei der Deutschen Lufthansa sollten sichern Anlegern ihre Position mit einem Stopp bei 6,80 Euro nach unten ab. Bei Ryanair bleiben Anleger mit einem Stopp bei 22,00 Euro investiert. Neueinsteiger warten eine Beruhigung der Lage ab, können sich aber bei der Lufthansa mit Abstauberlimits auf die Lauer legen.
Heute, 08:28