23.10.2019 Michel Doepke

Bayer: In einer Woche zählt es – das wird erwartet!

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Bayer
Trendthema

In einer Woche ist es soweit: Dann wird Bayer die Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal veröffentlichen. DER AKTIONÄR gibt einen Überblick zu den aktuellen Schätzungen und den jüngsten Analystenkommentaren.

Im Schnitt rechnen die bei Bloomberg geführten Analysten mit einem Quartalsumsatz von 9,75 Milliarden Euro. Beim EBITDA wird ein Anstieg von 2,22 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,23 Milliarden Euro prognostiziert. Unter dem Strich soll ein bereinigtes Ergebnis von 1,16 Euro im dritten Quartal in den Büchern stehen (Anm. d. Redaktion: Prognosen einen Tag vor Zahlenvorlage noch einmall aktualisiert).

Neben den wichtigsten operativen Kennzahlen dürften vor allem Aussagen zur Causa Glyphosat die Anleger interessieren. Gibt es Neuigkeiten aus den USA? Mit wie vielen Glyphosat-Klagen muss sich Bayer inzwischen auseinandersetzen? Konkretisiert das Management die Vorgehensweise, wie eine Lösung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten aussehen könnte?

Goldman Sachs rät zum Kauf

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Bayer vor Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 77 Euro belassen. Der Fokus werde sich auf den Glyphosat-Rechtsstreit und die Trends im Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft richten, schrieb Analyst Keyur Parekh in einer am Dienstag vorliegenden Studie.

Die DZ Bank hat die Einstufung für Bayer-Aktien bei einem fairen Wert von 69 Euro auf "Halten" belassen. Analyst Peter Spengler rechnet in einem am Montag vorliegenden Ausblick auf den Bericht zum dritten Quartal nicht mit Überraschungen. Einen Vergleich im Glyphosat-Rechtsstreit vor der ersten Revisionsentscheidung Ende 2019 schließt er nicht mehr aus. Analyst Richard Vosser von JPMorgan sieht indes "alles in allem positives Überraschungspotenzial".

Bayer (WKN: BAY001)

DER AKTIONÄR hält vor der Zahlenvorlage an seiner kritischen Einschätzung für die Bayer-Aktie fest. Ohne eine vernünftige und bezahlbare Lösung in der Causa Glyphosat dürfte es schwierig werden, eine nachhaltige charttechnische Trendwende einzuleiten. Und das trotz der inzwischen moderaten Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 für 2020.