Nach einem festen Start schmolzen die Gewinne beim DAX im Tagesverlauf wieder spürbar ab. Belastend wirkte sich die schwächere Tendenz an den US-Börsen. Der deutsche Leitindex beendete den Tag nahezu unverändert mit minus 0,01 Prozent bei 24.852,69 Punkten.
In den USA rutschte der Dow Jones nach freundlichem Start ins Minus und lag zum europäischen Handelsschluss rund 1,0 Prozent im Minus. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,6 Prozent. Im Fokus stehen schon heute die US-Inflationsdaten am morgigen Freitag. Sie gelten als wichtiger Indikator für den weiteren geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank Fed. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hatte am Vortag die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen gedämpft.
Ein höher gestecktes Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2025/26 hatte die Siemens-Aktie zeitweise um fast acht Prozent auf ein Rekordhoch von knapp unter 276 Euro getrieben. Für einige Stunden löste der Industriekonzern damit sogar SAP als wertvollstes Unternehmen im DAX ab. Die SAP-Aktie war zuletzt von Sorgen über mögliche KI-Risiken belastet worden. Die Begeisterung für Siemens hielt jedoch nicht an: Am Ende stand ein Plus von 0,3 Prozent, während SAP um 0,4 Prozent zulegte.
Am DAX-Ende fanden sich Heidelberg Materials mit einem Minus von elf Prozent. Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Gipfeltreffen der energieintensiven Industrien in Antwerpen schürten erneut Sorgen über eine mögliche Lockerung von Klimaschutzvorschriften. Ein Aufweichen der EU-Pläne würde den Zementhersteller besonders treffen, da dieser bislang als Profiteur strenger Klimaregeln galt – dank einer führenden Position bei Dekarbonisierung und CO₂-Abscheidung.
Mercedes-Benz verloren 1,5 Prozent. Der Autobauer enttäuschte mit einem schwachen Schlussquartal und vorsichtigen Zielen für das neue Geschäftsjahr. Spitzenreiter im DAX war dagegen die Deutsche Telekom mit einem Plus von 6,1 Prozent. Mehrere Analysten bewerteten die Zahlen und Ziele der US-Tochter T-Mobile US positiv. Barclays verwies zudem auf gute Aussichten im Deutschland-Geschäft.
(Mit Material von dpa-AFX)
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