Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte deutlich an Schwung verloren. Ein erneut anziehender Ölpreis sorgte für Verunsicherung unter den Anlegern und beendete den jüngsten Erholungsversuch jäh. Der DAX rutschte im Handelsverlauf ab und schloss letztlich deutlich im Minus.
Auslöser der erneuten Nervosität waren Berichte über frische Angriffe auf Teile der iranischen Gasindustrie. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt damit ein dominierender Unsicherheitsfaktor – insbesondere für die Energiepreise. Ein steigender Ölpreis wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Inflationsängste und belastet damit direkt die Aktienmärkte. Der DAX fiel zur Wochenmitte um rund ein Prozent auf 23.502 Punkte.
Auch der MDAX, der zeitweise um zwei Prozent geklettert war, rettete lediglich ein Plus von 0,1 Prozent auf 29.519 Zähler ins Ziel. Im Fokus steht nun die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend. Zwar rechnen die meisten Marktteilnehmer nicht mit einer unmittelbaren Zinssenkung, doch entscheidend werden die Signale der Währungshüter für die kommenden Monate sein.
Zuletzt hatten sich Hoffnungen auf sinkende Zinsen deutlich abgeschwächt. Im Gegenteil: Der steigende Ölpreis nährt neue Inflationssorgen – und damit auch die Angst vor einer länger restriktiven Geldpolitik oder sogar erneuten Zinserhöhungen. Entsprechend richten sich die Blicke der Anleger vor allem auf die aktualisierten Wachstums- und Inflationsprognosen der Fed.
Bei den Einzelwerten im DAX ging es für Heidelberg Materials um rund drei Prozent nach oben. Gefragt waren zudem die Papiere der Commerzbank mit einem Plus von rund zwei Prozent und die DHL-Aktie, die um 1,5 Prozent zulegte.
Schwach entwickelten sich dagegen Scout24 mit einem Minus von 2,7 Prozent sowie die Münchener Rück, die ebenso deutlich nachgab. Schlusslicht im DAX war die SAP-Aktie mit einem Abschlag von 2,8 Prozent.
Die Märkte bleiben volatil. Vorerst dürfte der Iran-Konflikt weiter die Kursentwicklungen bestimmen.
Heute, 18:05