Der DAX hat am Dienstag seine zu Wochenbeginn unterbrochene Talfahrt fortgesetzt. Im Sog der schwachen US-Börsen weitete der deutsche Leitindex sein Minus aus – zum Handelsende verlor er 1,62 Prozent auf 23.955 Punkte. Mit dem Rutsch unter die Marke von 24.000 Zählern trübte sich das charttechnische Bild weiter ein.
Vergangene Woche hatte Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den DAX noch mit etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn getrieben. Doch die Waffenruhe zwischen beiden Ländern hängt laut US-Präsident Donald Trump inzwischen nur noch an einem seidenen Faden. Der weiter ungelöste Nahost-Konflikt halte die Nervosität hoch, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Ansonsten dominierte die laufende Berichtssaison der Unternehmen mit einer Flut von Quartalszahlen das Bild.
Bayer und Scout24 stark
Im DAX war Spitzenreiter Bayer mit einem Kursplus von 3,7 Prozent einer der Lichtblicke. Gute Geschäfte sowie das laufende Sparprogramm verhalfen dem Agrarchemie- und Pharmakonzern zu einem überraschend starken Jahresstart.
Dahinter ging es für Scout24 um 3,1 Prozent hoch. Der Internetportal-Betreiber punktete damit, dass er die vor zwei Jahren vorgestellten Wachstumsziele allesamt vorzeitig übertreffen will – auch dank neuer Produkte und Künstlicher Intelligenz.
Munich Re und Siemens Energy unter Druck
Der Rückversicherer Munich Re indes war mit minus 6,1 Prozent Index-Schlusslicht. Am Markt wurde auf leicht verfehlte Ergebniserwartungen verwiesen.
Gewinnmitnahmen nach einem bisher sehr starken Lauf in diesem Jahr drückten auch die Papiere von Siemens Energy mit 5,1 Prozent ins Minus. Der Energietechnikkonzern will nach einem guten zweiten Geschäftsquartal noch in diesem Geschäftsjahr weitere Mittel an seine Aktionäre fließen lassen.
Starke Nebenwerte
Im MDAX ragten unter anderem der Internet- und Telekomkonzern United Internet sowie seine börsennotierte Tochter Ionos mit Kursaufschlägen von 4,8 beziehungsweise 9,6 Prozent heraus. Letztere profitierte von starken Nettoneukundenzahlen sowie Aussagen zum KI-Geschäft.
Im SDAX hatte Carl Zeiss Meditec die Nase mit plus 12,4 Prozent vorn. Am Markt wurde vor allem die Profitabilität des Medizintechnikunternehmens gelobt.
Elmos und Medios unter Druck
Elmos mit minus 11,7 Prozent und Medios mit minus 13,5 Prozent waren hingegen die größten Verlierer im SDAX. Der Chiphersteller Elmos gab eine umfangreiche Aktienplatzierung durch zwei Großaktionäre bekannt. Das Spezialpharma-Unternehmen Medios bekam im insgesamt wachsenden Geschäft des ersten Quartals Preisrückgänge bei diversen Produkten sowie steigende Kosten bei Logistik und Energie zu spüren.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re, Bayer.
Heute, 18:28