Jenoptik setzt seinen Höhenflug fort. Ein boomendes Halbleitergeschäft hat die Aktie des Technologiekonzerns auf ein Rekordhoch getrieben. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs bereits mehr als verdoppelt. Analysten sprachen mit Blick auf die Zahlen zum ersten Quartal von einem starken Jahresauftakt und hoben vor allem den Auftragseingang positiv hervor.
Jenoptik ist mit einem deutlichen Gewinnplus ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Technologiekonzern, der seit vielen Jahren optische, optoelektronische und mikrooptische Komponenten für die hochkomplexen Lithografie-Maschinen von ASML liefert, profitierte im ersten Quartal vor allem von der starken Nachfrage aus der Halbleiterausrüstungsindustrie. Finanzchefin Prisca Havranek-Kosicek sprach von einer „sehr dynamischen Nachfrage“ im OEM-Geschäft. Auch wenn dieses hohe Tempo wohl nicht dauerhaft anhalten werde, sehe sich das Unternehmen gut aufgestellt für ein erfolgreiches Gesamtjahr. Die Jahresprognose wurde bestätigt.
Das operative Ergebnis legte in den ersten drei Monaten kräftig zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent auf 44,4 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,9 auf 18,4 Prozent. Positiv wirkten dabei ein besserer Produktmix, Kosteneinsparungen sowie der Wegfall einmaliger Umzugskosten für das neue Werk in Dresden. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 16,8 Millionen Euro und damit gut 80 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim Umsatz musste Jenoptik dagegen einen leichten Rückgang hinnehmen. Die Erlöse sanken auf 241,2 Millionen Euro.
Besonders stark entwickelte sich der Auftragseingang: Er sprang um rund 75 Prozent auf knapp 357 Millionen Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Damit unterstreicht Jenoptik die derzeit hohe Investitionsbereitschaft der Halbleiterbranche.
Analysten heben in einer ersten Reaktion den Daumen: Henrik Paganetty von Jefferies sprach von einem starken Jahresauftakt. Auch Warburg-Experte Malte Schaumann hob den außergewöhnlich hohen Auftragseingang hervor. Entscheidend werde nun sein, wie schnell der Konzern den hohen Auftragsbestand in Umsatz umwandeln könne, ergänzte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp.
Keine Frage: Jenoptik profitiert weiterhin vom globalen Investitionsboom in der Chipbranche. Zahlen und Ausblick kommen gut an. Der Vorstand muss nun die prall gefüllten Orderbücher planmäßig in Umsätze umwandeln und die hohe Nachfrage entsprechend monetarisieren.
Die Aktie ist erstmals seit fünf Jahren wieder über die Marke von 40 Euro gestiegen. Aus charttechnischer Sicht stehen die Ampeln nach dem Sprung auf ein Rekordhoch auf Grün. Kurzfristig wirkt der Titel zwar etwas überhitzt. Im aktuellen Marktumfeld scheint im KI-Sektor derzeit allerdings fast alles möglich.
(Mit Material von dpa-AFX)
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