BYD: Neuer Comeback‑Versuch!

BYD: Neuer Comeback‑Versuch!
Foto: BYD
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Jochen Kauper Heute, 14:45 Jochen Kauper

BYD hat bei den Auslieferungszahlen für den Monat Januar gepatzt. Die Aktie ging im Anschluss in die Knie. Zuletzt hat sich das Papier stabilisiert und die 50-Tage-Linie wieder zurück erobert. Wie geht’s mit dem Papier weiter?

BYD-Gründer und CEO Wang Chuanfu besucht einen Stand während der Beijing International Automotive Exhibition 2024 (Auto China 2024) im China International Exhibition Center am 26. April 2024 in Peking, China
Quelle: VCG/Kontributor/Getty Images
BYD-Gründer und CEO Wang Chuanfu

BYD meldete für den Monat Januar Verkäufe in Höhe von 205.518 Einheiten. Davon entfielen 83.249 auf reine batterieelektrische Fahrzeuge und 122.269 auf Plug-in-Hybride. Unter dem Strich bedeutete das ein Minus bei den Verkäufen von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig war es der schwächste Januar seit 2020.

Die Entwicklung ist unter anderem auf die Neuausrichtung der Politik Chinas zurück zu führen. Wurden die Elektroauto-Hersteller über die letzten Jahre hinweg mit üppigen Subventionen unterstützt, befindet sich der Sektor nicht mehr im Fünf-Jahresplan der Regierung. Zu den sinkenden Subventionen kommt noch sehr intensiver Preis- und Technologiewettbewerb in der E-Mobility-Szene hinzu.

BYD Selion fährt auf Küstenstraße
Quelle: BYD

Immer wichtiger für BYD wird deshalb die internationale Expansion. Ziel ist es, den zunehmenden Gegenwind im chinesischen Markt abzufedern.

Das Ziel des Managements ist ambitioniert. Bis 2030 will BYD die Hälfte seines Absatzes außerhalb Chinas erzielen. 

Der Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau der Produktionsstätten in Europa und in Lateinamerika.

„Wir bleiben optimistisch hinsichtlich der Gewissheit der globalen Produktstärke des Unternehmens“, so Analyst Wenjie von Shenwan Hongyuan Research in einer Studie bezüglich BYD.

BYD
Quelle: BYD

Was das technische Bild betrifft, so können Anleger aufatmen. Kurzfristig zumindest. „BYD zeigt im Hongkong-Dollar weiterhin ein technisch heterogenes Bild: Nach starken Schwankungen im vergangenen Jahr pendelte der Kurs zuletzt um etwa 99 bis 95 HKD. Damit zwar über dem 52-Wochen-Tief, aber auch deutlich unter den Höchstständen aus dem Mai 2025. Kurzfristige Indikatoren wie gleitende Durchschnitte und Momentum-Signale deuten teils auf Kaufdruck hin, während übergeordnete Trends noch keine klare Trendfortsetzung etabliert haben“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.

„Volatilität und Underperformance im Vergleich zum Gesamtmarkt und dem Automobilsektor belasten weiter das technische Bild. Belastend wirkt zudem der nachlassende Absatz in China, der fundamentale Risiken signalisiert und kurzfristig technischen Widerstand erzeugen kann. Langfristige Signale bleiben unklar, sodass technische Trader derzeit zwischen Erholungs- und Abwärtsrisiken abwägen“, ergänzt Utschneider.

BYD (WKN: A0M4W9)

BYD steht in China unter Margen- und Preisdruck, da das Wachstum des Elektroautomarkts 2026 deutlich abflachen dürfte. Der Konzern will dies durch eine aggressive Auslandsexpansion kompensieren. Die Exporte haben sich 2025 auf rund eine Million Autos verdoppelt und sollen weiter kräftig wachsen. Ob dieser Trend anhält, wird die Zukunft zeigen. Die Unsicherheit der Investoren spiegelt sich im aktuellen Chartbild wider. Dennoch hat sich das Bild zuletzt wieder aufgehellt, indem die 50-Tage-Linie (10,62 Euro) zurückerobert wurde. Jetzt gilt es den Trend zu bestätigen und die 100-Tage-Linie zu knacken.


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