Beim US-Elektroautobauer Tesla sorgt die jüngste Betriebsratswahl im Werk Grünheide für Streit. Die IG Metall wirft dem Management Einflussnahme vor und prüft nach eigenen Angaben einen Strafantrag wegen Behinderung der Gewerkschaften nach Paragraf 119 des Betriebsverfassungsgesetzes.
„Das war alles andere als eine faire Betriebsratswahl“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. Immer wieder habe das Management versucht, die Wahl zu beeinflussen. Kritik äußerte er auch an Tesla-Chef Elon Musk, der sich vor der Abstimmung in einer Videobotschaft skeptisch über eine stärkere Rolle der Gewerkschaften geäußert hatte.
Nach Unternehmensangaben setzte sich die nicht gewerkschaftlich organisierte Liste „Giga United“ um Betriebsratschefin Michaela Schmitz durch. Sie erhielt 16 der 37 Sitze und 3.765 Stimmen.
Die IG Metall-Liste „Tesla Workers GFBB“ kam auf 13 Sitze und 2.898 Stimmen. Insgesamt gingen damit 24 Sitze an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen. Rund 10.700 Beschäftigte waren zur Wahl aufgerufen, knapp 90 Prozent beteiligten sich.
Werksleiter André Thierig sprach von einem klaren Signal für eine unabhängige Mitbestimmung. Die IG Metall habe ihren Anteil von knapp 40 Prozent im Jahr 2024 auf 31 Prozent reduziert.
Unterdessen erhält die Tesla-Aktie Unterstützung von der Analystenseite. Die Bank of America hat die Aktie wieder mit „Buy“ aufgenommen und ein Kursziel von 460 US-Dollar vergeben.
Die Experten sehen Tesla als derzeitigen Marktführer bei autonomer Mobilität. Der Konzern habe gute Chancen, auch beim Aufbau von Robotaxi-Diensten schnell eine dominante Rolle einzunehmen. Ein wichtiger Vorteil sei dabei die Fähigkeit, neue Technologien effizient und profitabel zu skalieren.
Tesla ist eine laufende Empfehlung und bleibt das auch. Anleger dürften den Ausgang der Betriebsratswahl begrüßen, da die gewerkschaftliche Einflussnahme im Werk vorerst begrenzt bleibt. Gleichzeitig sorgt die optimistische Analysteneinschätzung zur führenden Rolle bei autonomen Technologien für zusätzlichen Rückenwind.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 15:59