Für Chinas Autobauer werden Exporte aufgrund harter Preiskämpfe und Überkapazitäten im Heimatmarkt zur Pflicht. BYD, Geely, XPeng und Co rücken Europa ins Zentrum ihrer Strategien. Die EU schützte ihre Hersteller zuletzt mit Importzöllen, doch nun könnte sie im Dialog mit China die Regeln vereinfachen.
Die Europäische Union steuert im Handelskonflikt mit China auf eine Deeskalation zu. Anstelle der im Jahr 2024 eingeführten zusätzlichen Zölle auf chinesische Elektroautos setzt Brüssel künftig stärker auf sogenannte Preisverpflichtungen. Chinesische Hersteller können Angebote einreichen, um Strafabgaben zu vermeiden. Kern sind verbindliche Mindestimportpreise, die den Effekt staatlicher Subventionen ausgleichen sollen.
Die Leitlinien der EU-Kommission gehen über Preisfragen hinaus. Exporteure müssen ihre Vertriebswege offenlegen, mögliche Quersubventionierungen transparent machen und Angaben zu künftigen Investitionen innerhalb der EU liefern. Die Kommission prüft anschließend, ob diese Zusagen eine vergleichbare Schutzwirkung entfalten wie die bisherigen Zölle. Diese reichten je nach Hersteller bis zu 35,3 Prozent, etwa bei Fahrzeugen des SAIC-Konzerns.
CCCEU Statement on the Positive Outcome of China–EU Consultations on the Electric Vehicle Case
— China Chamber of Commerce to the EU (CCCEU) 欧盟中国商会 (@CCCEUofficial) January 12, 2026
Brussels, 12 January 2026
The China Chamber of Commerce to the European Union (CCCEU) warmly welcomes and highly commends the positive outcome achieved through dialogue and…
Politisch ist der neue Kurs als bewusste Entspannung angelegt. China und die EU führten mehrere Verhandlungsrunden und einigten sich darauf, klare Leitlinien für Exporteure zu schaffen. Die chinesische Handelskammer bei der EU sprach von einer sanften Landung im Zollstreit. Brüssel setzt damit auf Regulierung und Dialog – trotz wachsenden Drucks aus den USA, gegenüber China einen härteren Kurs einzuschlagen.
BYD, XPeng und Co dürften profitieren
Ökonomisch ist der Ansatz für Hersteller wie BYD zentral. Statt Margen über Zölle an die EU abzuführen, verbleiben die Gewinne bei den Unternehmen. Das erhöht die Planbarkeit und verbessert die Rentabilität des Europageschäfts. Gerade angesichts der angespannten Lage im chinesischen Heimatmarkt gewinnt dieser Effekt an Gewicht.
Flucht nach Europa
Der chinesische Markt leidet unter massiven Überkapazitäten und einem harten Preiswettbewerb. Für BYD und andere Anbieter gewinnen Exporte damit strukturell an Bedeutung. Europa ist dabei ein zunehmend wichtiger Wachstumsmarkt. Branchenprimus BYD etwa setzte Von Januar bis November laut Daten des Branchenverbands ACEA 159.869 Fahrzeuge in Europa ab, was 3,8 Prozent der weltweiten Verkäufe entsprach. Im Gesamtjahr 2024 waren es lediglich rund 50.000 Fahrzeuge oder rund 1,2 Prozent.
Chinas Autobauer in Europa auf dem Vormarsch
Trotz der im Jahr 2024 eingeführten EU-Zölle gewannen chinesische Hersteller Marktanteile. Im November erreichten sie 12,8 Prozent des europäischen Elektroauto-Markts. Viele Anbieter nahmen die zusätzlichen Kosten in Kauf oder verlagerten den Fokus auf Hybridmodelle. Für BYD bleibt Europa damit ein Schlüsselmarkt im globalen Expansionskurs. Auch für Marken wie SAIC, Geely und XPeng, die ihre Präsenz in Europa ausbauen, sind diese News positiv. Branchen-Newcomer Xiaomi plant ab 2026 den Einstieg in Europa.
Die potenzielle Entspannung zwischen China und der EU dürfte den chinesischen Autobauern helfen. Noch ist allerdings nichts in trockenen Tüchern. DER AKTIONÄR rät aktuell nur bei XPeng zum Einstieg.
Heute, 17:45