Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat am Freitagmorgen seine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlicht. Doch was das Management als „starkes viertes Quartal“ zu verkaufen versucht, ist in Wirklichkeit eine Farce: Sämtliche wichtigen Kennzahlen blieben unter den Prognosen zurück. Für die Aktie, die seit Ende der Corona-Pandemie ohnehin nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, geht es weiter abwärts.
Ein Blick auf die harten Zahlen zeigt, wie schwach das Abschneiden tatsächlich war. Besonders ernüchternd fiel das Schlussquartal aus. Beim Bruttowarenwert musste Delivery Hero sogar einen Rückgang hinnehmen. Konkret belief sich dieser im vierten Quartal auf 12,4 Milliarden Euro, was spürbar unter den Analystenschätzungen von 12,74 Milliarden Euro liegt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das sogar einem Rückgang von 3,3 Prozent in Berichtswährung. Von Dynamik keine Spur.
Der Segmentumsatz erreichte im Q4 3,9 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls leicht unter der Prognose von 3,97 Milliarden Euro. Auch auf Jahressicht setzte sich das Bild fort.
Im Gesamtjahr 2025 betrug der Bruttowarenwert, der über die Plattformen generiert wurde, 49,2 Milliarden Euro. Das entspricht ebenfalls weniger als die Analysten zuvor mit 49,5 Milliarden Euro prognostizierten. Angesichts des ohnehin schwachen Wachstums ist das ein weiterer Dämpfer.
Selbst beim bereinigten EBITDA, das laut Unternehmen „mehr als 900 Millionen Euro“ erreichte, wurde die Markterwartung von 911 Millionen Euro verfehlt. Damit bleibt auch auf Ergebnisebene ein schaler Beigeschmack. Zwar verbesserte sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahreswert von 692 Millionen Euro deutlich, doch die entscheidende Messlatte ist und bleibt die Konsensschätzung.
Die Börse reagierte entsprechend verschnupft: Auf Tradegate verlor die Aktie im frühen Handel rund 3,2 Prozent. Damit setzt sich der übergeordnete Abwärtstrend fort. Von einer nachhaltigen Trendwende ist Delivery Hero trotz aller Durchhalteparolen des Managements weit entfernt.
Delivery Hero ist kein Kauf. Im Gegenteil: Statt weiter auf den Turnaround zu hoffen, sollten Anleger sich lieber von dem chronischen Underperformer – der Kurs hat auf Monatssicht 23 Prozent, auf 6-Monats-Sicht 13 Prozent und auf 52-Wochen-Sicht 27 Prozent sowie satte 80 Prozent auf 5-Jahres-Sicht verloren – trennen und dafür echte Top-Performer ins Depot holen. Welche dies sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des AKTIONÄR. Diese finden Sie hier.
Heute, 08:18