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Nvidia: „Irrsinn“ – nach Huang kontert auch OpenAI brisantes Gerücht

Nvidia: „Irrsinn“ – nach Huang kontert auch OpenAI brisantes Gerücht
Foto: Stefano Guidi/Kontributor/GettyImages
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Lars Friedrich Heute, 19:40 Lars Friedrich

Es geht um bis zu 100 Milliarden Dollar! Zehn Prozent der OpenAI-Rechenarbeit im Live-Betrieb stehen seit einigen Tagen zur Disposition. Der Grund dafür ist ein Reuters-Bericht, wonach es Tests mit Nvidia-Alternativen geben soll. Doch stimmt das wirklich? Gleich zwei Firmenchefs reagieren innerhalb weniger Tage darauf – und zwar ziemlich deutlich.

Die Gerüchte kommen zum falschen Zeitpunkt. 2026 läuft die Nvidia-Aktie bislang nicht so rund wie viele andere KI-Infrastrukturwerte. Und dann steht plötzlich im Raum, OpenAI suche Alternativen zu Nvidia. OpenAI-Boss Sam Altman hat heute dagegengehalten. Nvidia baue „die besten KI-Chips der Welt“, schrieb er. OpenAI wolle „für sehr lange Zeit“ ein riesiger Kunde bleiben. Die Spekulationen bezeichnete Altman als „Irrsinn“. Das klingt nach Entwarnung. Doch ein Punkt bleibt offen.

Ganz neu ist das Thema nicht. Schon zuvor hatte Nvidia-Chef Jensen Huang versucht, die Wogen zu glätten. Er sprach von „Unsinn“, als Berichte über Unzufriedenheit und einen möglichen Riss in der Partnerschaft die Runde machten. Gleichzeitig deutete Huang an, dass eine mögliche OpenAI-Investition wohl kleiner ausfallen könnte als die zeitweise kolportierten 100 Milliarden Dollar. Die Unsicherheit bleibt damit nicht nur technisch, sondern auch finanziell.

Darum geht es

Der Streitpunkt heißt Inference. Das ist der Moment, in dem ein Modell Antworten ausspuckt, wenn Millionen Nutzer gleichzeitig draufdrücken. Reuters berichtete, OpenAI prüfe für einen Teil dieser Inference andere Hardware. Das ist kein Bruch mit Nvidia. Es ist ein Signal. OpenAI will nicht am Tropf eines einzigen Lieferanten hängen. Und Nvidia will bei den wichtigsten Kunden keinen Zweifel zulassen.

Darauf kommt es an

Für die Aktie zählt letztendlich das Handfeste. Cantor-Analyst C.J. Muse hält Nvidia für unterbewertet und nennt mehrere mögliche Zünder: die nächsten Quartalszahlen, die GPU Technology Conference im März und die ersten großen Modelle, die auf Blackwell-Chips laufen sollen. Die Message, die der Markt hören will: Blackwell liefert. Nvidia bleibt der Standard, den niemand einfach ersetzt.

Nvidia (WKN: 918422)

Beide Seiten brauchen einander. OpenAI benötigt Lieferfähigkeit und Tempo. Nvidia braucht Volumen, Prestige und Planungssicherheit. Hinter den Kulissen geht es um Konditionen, Prioritäten und Roadmaps. Und um die Frage, wer künftig welchen Teil der Wertschöpfung kontrolliert. Dass beide Chefs das Gerücht dementieren, ist erst mal ein gutes Zeichen. Charttechnisch konsolidiert Nvidia zwar weiterhin auf hohem Niveau und läuft auch diese Woche eher schwach, bleibt aber eine AKTIONÄR-Empfehlung und mit rund 50 Prozent Kursplus auch im Depot.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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