Elf Prozent Plus bei Samsung. Mehr als neun Prozent bei SK Hynix. Der südkoreanische Kospi zieht heute fast sieben Prozent an. Der Markt preist einen Speicherchip-Mangel ein, getrieben vom KI-Boom. AKTIONÄR-Leser sind bei Seagate seit der Empfehlung vor zwei Wochen dabei. Aber jetzt könnte es langsam etwas gefährlich werden.
Elf Prozent an einem Tag sind kein normales Börsenrauschen. In Seoul legt Samsung Electronics heute um elf Prozent zu. Stärkster Tagesgewinn seit 2008! SK Hynix steigt um mehr als neun Prozent. Der Kospi springt nahezu sieben Prozent auf 5.288 Punkte.
Der Treiber ist – Bingo! – der KI-Boom. Rechenzentren brauchen immer mehr Speicher, vor allem NAND und High-Bandwidth-Memory. Anleger handeln das als Knappheitsszenario: Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot. Seit Jahresbeginn liegen Samsung und SK Hynix jeweils mehr als neununddreißig Prozent vorn.
Samsung und SK Hynix bringen zusammen mehr als 1,1 Billionen Dollar auf die Waage – mehr als Alibaba und Tencent zusammen.
Nur eine Ausnahme?
Das Problem ist nicht, dass der Speicher-Trade kippt. Das Problem ist, wie schnell er gerade eskaliert. SanDisk liefert ein Quartal, das die Latte für die ganze Branche hochzieht: 6,20 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie statt 3,12 Dollar erwartet, Umsatz 3,02 Milliarden Dollar statt 2,59 Milliarden Dollar. Der Ausblick setzt noch einen drauf: 12 bis 14 Dollar Gewinn je Aktie für das nächste Quartal. Erwartet waren 3,63 Dollar. Umsatz-Ziel: 4,40 bis 4,80 Milliarden. Erwartet: 2,62 Milliarden. Das ist nicht „ein bisschen besser“. Das ist ein Statement. Von hier an wird es schwerer, noch einmal so zu überraschen.
Anleger springen gerade aggressiv auf jede Speicher-Story. Western-Digital-CFO Kris Sennesael sagte bei Barron’s: „Alle Boote steigen.“ Und er legte nach: Alles, was man über Datenspeicher und die Branche in den letzten Jahren gelernt habe, könne man „löschen und wegwerfen“. Die Botschaft: Hyperscaler sichern sich Kapazitäten inzwischen auf Jahre. Western Digital spricht von vollen Büchern für 2026, Deals bis 2027 und 2028 – und Gesprächen, die teils schon Richtung 2030 gehen.
Der Trade bleibt heiß. AKTIONÄR-Leser sind nicht gezwungen, hinterherzurennen. Das Thema Speicher hat die Redaktion im Heft rechtzeitig vor dem jüngsten Schub gespielt. Wer dabei ist, kann sich freuen. Wer neu einsteigt, braucht einen Plan. Mehr dazu in der kommenden AKTIONÄR-Ausgabe.
Heute, 18:33