Die PayPal-Aktie gerät nach Vorlage der Quartalszahlen massiv unter Druck. In der ersten Reaktion bricht der Titel um mehr als 15 Prozent ein. Sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz verfehlt der Zahlungsdienstleister die Erwartungen. Auch der Ausblick sorgt für lange Gesichter.
Für das vierten Quartal hat PayPal einen Gewinn je Aktie von 1,23 Dollar gemeldet. Analysten hatten im Schnitt mit 1,29 Dollar gerechnet. Beim Umsatz kommen 8,7 Milliarden Dollar zusammen, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber rund 90 Millionen Dollar weniger als erwartet.
Die sogenannten Transaction Margin Dollars steigen zwar um drei Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Bereinigt um Zinsen auf Kundenguthaben lag das Plus bei vier Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Das reicht dem Markt jedoch nicht.
Das Zahlungsvolumen (TPV) legte im vierten Quartal um neun Prozent auf 475,1 Milliarden Dollar zu. Auf Jahressicht steigt das TPV um sieben Prozent auf 1,79 Billionen Dollar. Positiv, aber kein Gamechanger.
Problematisch sehen Anleger die Entwicklung bei den Transaktionen: Die Gesamtzahl der Zahlungsvorgänge stieg im Quartal nur um zwei Prozent. Auf Jahressicht sank sie sogar um vier Prozent. Besonders kritisch: Die Transaktionen pro aktivem Konto gingen um fünf Prozent auf 57,7 zurück. Das zeigt, dass die Nutzer PayPal weniger intensiv einsetzten.
Ernüchterung auch bei der Prognose. Für das erste Quartal stellt PayPal einen Gewinnrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Analysten hatten zuvor mit 1,38 Dollar je Aktie gerechnet, nach zuvor 1,33 Dollar.
Auch der Jahresausblick enttäuscht: PayPal rechnet nur mit einem niedrigen einstelligen Rückgang bis maximal leichtem Plus beim Gewinn je Aktie. Der Konsens lag deutlich höher.
Zudem gibt es einen personellen Paukenschlag: Der Verwaltungsrat ernennt Enrique Lores zum neuen Konzernchef. Das soll ein klares Signal für bessere Umsetzung, mehr Innovation und stärkere Ergebnisse sein. Der Markt bleibt dennoch skeptisch, ob der Strategiewechsel schnell Wirkung zeigt.
Die Zahlen und vor allem der Ausblick sind ein massiver Stimmungskiller. Der Kursrutscht hat das ohnehin bereits düstere Bild zusätzlich verdunkelt. Damit wurde auch der Stopp ausgelöst. Anleger wechseln an die Seitenlinie.
DER AKTIONÄR setzt sich in der kommenden Ausgabe detailliert mit der aktuellen Situation bei dem Bezahlriesen auseinander – erhältlich ab dem morgigen Mittwoch um 19 Uhr als e-Paper.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 13:21