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Nvidia vorbörslich unter Druck: Die 100-Milliarden-Dollar-Frage

Nvidia vorbörslich unter Druck: Die 100-Milliarden-Dollar-Frage
Foto: Kyodo/picture alliance/dpa
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Philipp Schleu 02.02.2026, 13:35 Philipp Schleu

Anleger von Nvidia reagieren am Montag nervös. Die Aktie des Chip-Giganten verlor im vorbörslichen US-Handel zeitweise fast zwei Prozent an Wert. Der Grund für die Kursverluste ist eine zunehmende Unsicherheit über einen der größten Deals der Tech-Geschichte.

Ursprünglich standen gigantische Summen im Raum. Nvidia hatte im September signalisiert, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren. Doch dieser Plan scheint ins Stocken geraten zu sein. Interne Quellen berichteten dem Wall Street Journal, dass Nvidia-Chef Jensen Huang die Summe Ende letzten Jahres als unverbindlich und noch nicht final bezeichnet habe.

Innerhalb von Nvidia wuchsen zuletzt die Zweifel. Huang soll die mangelnde Disziplin in der Geschäftsstrategie von OpenAI kritisiert haben. Auch der Konkurrenzkampf spielt eine Rolle. Während OpenAI eng mit Nvidia verbunden ist, drängen Wettbewerber wie die Google-Mutter Alphabet und das Start-up Anthropic mit eigenen Lösungen massiv in den Markt. Diese Rivalität sorgt für strategische Risse in der Partnerschaft.

Nvidia (WKN: 918422)

Huang bemüht um Schadensbegrenzung

Über das Wochenende versuchte Jensen Huang, die Wogen zu glätten. Er bezeichnete Berichte über eine angebliche Unzufriedenheit als „Unsinn“. Dennoch räumte er ein, dass die tatsächliche Investitionssumme die Marke von 100 Milliarden Dollar wahrscheinlich nicht knacken wird. Trotz der defensiveren Töne betonte Huang gegenüber Bloomberg die Bedeutung der Zusammenarbeit. Sam Altman, der Chef von OpenAI, schließe gerade die Finanzierungsrunde ab und Nvidia werde definitiv dabei sein. Es werde laut Huang wahrscheinlich die größte Investition sein, die sein Unternehmen je getätigt hat.

Analysten kritisieren die Kommunikation

Die Märkte reagieren empfindlich auf die unklare Informationslage. Sarah Kunst, Geschäftsführerin von Cleo Capital, erklärte gegenüber CNBC, dass die vagen Aussagen des Nvidia-Chefs für Verunsicherung sorgen. Es sei ungewöhnlich, dass Verhandlungen in dieser Größenordnung so öffentlich und widersprüchlich in den Medien ausgetragen werden. Dass Huang von „großen Summen“ spricht, statt konkrete Zahlen zu bestätigen, werten Beobachter als Zeichen für Unstimmigkeiten hinter den Kulissen.

Nvidia ist und bleibt der wichtigste Profiteur des KI-Booms, doch die Partnerschaft mit OpenAI bekommt erste Kratzer. Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger bei den enormen Bewertungen des Chip-Konzerns keine strategische Unklarheit verzeihen. Wer investiert ist, bleibt dennoch weiter an Bord.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

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