28.08.2019 Nicola Hahn

Microsoft: Zweiter Anlauf in Deutschland

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Microsoft

Microsoft startet seinen zweiten Versuch einer „deutschen Cloud“. Kunden können so nun in Zukunft ihre Daten in Deutschland speichern lassen. Das Angebot soll sich zunächst auf Microsofts Azure-Dienste beschränken.

Das neue Konzept sieht so aus, dass gleich mehrere Rechenzentren in Berlin und Frankfurt in Betrieb genommen werden. Die Server werden von Microsoft selber betrieben, ein Teil der Anwendungen wird aber dennoch global verarbeitet. 

Im Zuge der NSA-Affäre, bot der Konzern ab 2016 deutschen Kunden an, gegen Aufpreis ihre Daten in Cloud-Rechenzentren von der Telekom-Tochter T-Systems als Treuhänder verwalten zu lassen.

Dieses Projekt wurde aber seitens Microsofts schon bald zurückgefahren. Die bisherige „deutsche Lösung“ war also eine eher abgespeckte Version der Cloud, die keine internationale Integration erlaubte. Nun wagt man einen neuen Anlauf in Deutschland. Insbesondere neue regulatorische Anforderungen wie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dürften hierfür ausschlaggebend gewesen sein.

Die neuen Deutschland-spezifischen Dienste richten sich ausschließlich an Geschäftskunden. An dem neuen Angebot sollen bislang drei Großkunden Interesse bekundet haben. Darunter SAP, die Deutsche Bank und die Telekom. Unklar ist bislang jedoch wie es Microsoft bewerkstelligen will, dass für die Nutzung der Office 365-Produkte deutsche Daten auch in US-Rechenzentren verarbeitet werden müssen.

Microsoft reagiert damit auf den boomenden Cloud-Markt in Deutschland. Insbesondere der Mittelstand nutzt die Dienstleistungen zunehmend. Die Aktie konsolidiert zurzeit auf hohem Niveau, oberhalb der 130 Dollar-Marke. Die Aktie gehört weiterhin in jedes Langfristdepot. 

Microsoft (WKN: 870747)

Der Autor Nicola Hahn hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Microsoft.

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