Investieren wie Peter Lynch - So geht's
06.11.2020 Emil Jusifov

Facebook: Wahnsinns-Rallye geht weiter

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Facebook

Die Papiere des Social-Media-Giganten Facebook gerieten im Zuge der Gesamtmarktkorrektur stark unter die Räder. Und das, obwohl es bei Facebook operativ weiterhin wie am Schnürchen läuft. Und so überrascht es wenig, dass die Bullen trotz des scharfen Rücksetzers wieder schnell das Ruder übernommen haben.

Die Facebook-Aktie verlor im Oktober in der Spitze knapp 20 Prozent. Einige Marktbeobachter gingen sogar von einer deutlichen Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich 200 Dollar aus. Doch daraus wurde nichts. Die Aktie prallte an der 100-Tage-Linie ab und setzte zur starken Gegenbewegung an. Vor zwei Tagen wurden auf Anhieb die 50-Tage-Linie und der zähe Widerstand bei rund 285 Dollar überwunden. Damit wurde zeitgleich ein starkes Kaufsignal ausgelöst.

Im Laufe des gestrigen Handels legten die Anteilscheine von Facebook weitere 2,54 Prozent auf 294,68 Dollar zu. Damit konnte das Papier innerhalb von wenigen Tagen rund 20 Prozent nach oben gutmachen. Um die bisherige Bestmarke bei 304,67 Dollar zu knacken, müssen die Bullen nur noch die psychologisch wichtige Widerstandszone bei 300 Dollar einnehmen. Aktuell notieren die Facebook-Papiere nur etwa drei Prozent unter dem Rekordhoch.


Facebook (WKN: A1JWVX)

Facebook überzeugt aktuell nicht nur charttechnisch, sondern auch operativ. Im dritten Quartal konnte der Social-Media-Riese sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen und die Erwartungen deutlich übertreffen. Zudem konnte sowohl die Zahl der Nutzer als auch die Zahl der Kunden gesteigert werden. Die Wachstumsstory von Facebook ist folglich noch lange nicht vorbei. Investierte lassen ihre Gewinne laufen.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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