Die wichtigsten US-Indizes haben zum Wochenauftakt keine einheitliche Richtung gezeigt. Der Dow Jones rettete am Montag ein leichtes Plus von 0,32 Prozent auf 49.686 Punkte über die Ziellinie. Der S&P 500 verlor hauchdünn 0,07 Prozent auf 7.403 Zähler. Deutlicher erwischte es den Nasdaq Composite, der um 0,51 Prozent auf 26.090 Punkte nachgab.
Der Grund für den Druck auf die Aktienkurse bleibt der jüngste Renditesprung bei den US-Staatsanleihen. Weil die Rendite der Zehnjährigen zulegte, geraten die Bewertungen unter Beschuss. Steigende Renditen verteuern die Refinanzierung von Unternehmen und setzen Aktienkurse mechanisch unter Druck.
Für eine spürbare Entlastung im Handelsverlauf sorgte eine überraschende Meldung von der geopolitischen Front. US-Präsident Donald Trump verkündete einen Sicherheitsdeal mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Auf Bitten der Staatschefs aus dem Nahen Osten verschiebe er den für morgen geplanten Angriff auf den Iran. Diese Nachricht beruhigte den Energiemarkt und drückte den Ölpreis der Sorte Brent, was die akuten Inflationssorgen der Anleger etwas dämpfte.
Am Markt herrscht dennoch Nervosität vor Mittwochabend. Dann legt KI-Marktführer Nvidia seine neuen Quartalszahlen vor. Die Erwartungen der Analysten sind nach der monatelangen Rallye extrem hoch. Jede kleine Enttäuschung beim Ausblick könnte im aktuellen Zinsumfeld sofort heftige Gewinnmitnahmen auslösen.
Einzelwerte im Fokus
Der größte Deal des Tages lief im Versorgersektor. NextEra Energy übernimmt Dominion Energy in einer reinen Aktientransaktion. Durch die Fusion entsteht der weltweit größte regulierte Stromversorger. Die Aktien von Dominion Energy schossen um über neun Prozent nach oben, während die Papiere des Käufers NextEra Energy um rund fünf Prozent nachgaben.
Ein schwerer Rückschlag traf die Aktionäre von Regeneron Pharmaceuticals. Das Biotech-Unternehmen vermeldete, dass ein Medikament zur Behandlung von Hautkrebs in einer wichtigen klinischen Phase-3-Studie die gesteckten Ziele verfehlt hat. Die Aktie stürzte daraufhin um mehr als zehn Prozent ab.
Deutliche Kursgewinne verbuchte dagegen der AKTIONÄR-Depotwert ServiceNow. Die Analysten der Bank of America haben für den Software-Konzern eine frische Kaufempfehlung ausgesprochen. Die Experten betonten, dass ServiceNow von der Integration künstlicher Intelligenz profitieren wird, anstatt durch sie ersetzt zu werden. Die Aktie stieg um sechs Prozent.
13F-Meldungen zeigten zudem kräftige Umschichtungen bei prominenten Großanlegern. Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway von Warren Buffett hat eine Position im Wert von 2,6 Milliarden Dollar bei Delta Air Lines aufgebaut. Die Flugaktie reagierte jedoch kaum und trat auf der Stelle. Auf der Verkäuferseite stand dagegen die Bill & Melinda Gates Foundation, die ihre verbliebene Beteiligung an Microsoft komplett liquidiert hat.
Die Aktie des Raumfahrtunternehmens Rocket Lab sprang um über fünf Prozent nach oben. Hier sorgte ein Bericht des „Wall Street Journal“ über den geplanten SpaceX-Börsengang am 12. Juni für starken Auftrieb. Das Unternehmen von Elon Musk strebt bei der Platzierung eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an und will bis zu 80 Milliarden Dollar bei Investoren einsammeln.
Heute, 22:30