Ein mauer Wochenausklang: Die US-Börsen sind am Freitag unter Druck geraten. Auslöser waren erneut steigende Ölpreise, die die Sorgen vor einer anziehenden Inflation verstärkten. Gleichzeitig zogen die Renditen an den Anleihemärkten weltweit spürbar an. Damit endete die jüngste Rekordrally an der Wall Street zunächst relativ abrupt.
Enttäuscht reagierten die Anleger zudem auf die Ergebnisse des Treffens zwischen den USA und China im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Eine Lösung für die weiter blockierte Straße von Hormus zeichnet sich bislang nicht ab. Die strategisch wichtige Handelsroute bleibt damit für den globalen Waren- und insbesondere Ölhandel weiterhin stark eingeschränkt.
Besonders deutlich unter Druck gerieten Technologiewerte, die zuvor stark von der KI-Euphorie profitiert hatten. Vor allem konjunktursensible Tech-Aktien mussten kräftige Abschläge hinnehmen. Der Nasdaq 100 verlor 1,4 Prozent auf 29.168 Punkte.
Der breit gefasste S&P 500 gab um ein Prozent auf 7.427 Zähler nach. Der Dow Jones büßte 0,8 Prozent auf 49.641 Punkte ein. Auf Wochensicht deutete sich damit beim US-Leitindex lediglich ein kleines Plus an.
Marktstratege Matt Maley von Miller Tabak + Co verwies darauf, dass die zuletzt veröffentlichten Inflationsdaten zusammen mit den erneut gestiegenen Ölpreisen die Nervosität an den Märkten erhöht hätten. Gleichzeitig seien die langfristigen Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr geklettert. Dadurch würden festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu Aktien wieder attraktiver. Viele Investoren hätten deshalb nach der starken Kursrally der vergangenen Wochen Gewinne mitgenommen.
Auch Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners zeigte sich enttäuscht über die Ergebnisse der Gespräche zwischen Washington und Peking. Einige der Erwartungen des Marktes hätten sich nicht erfüllt. So habe China entgegen der Hoffnungen der US-Regierung offenbar keine H200-KI-Chips von Nvidia bestellt. Präsident Donald Trump erklärte, Peking wolle stattdessen eigene Technologien entwickeln. Die Nvidia-Aktie verlor daraufhin 3,4 Prozent.
Auch Applied Materials geriet unter Druck und gaben um 1,5 Prozent nach. Anleger nutzten die zuletzt positiven Nachrichten und den gelobten Quartalsbericht des Halbleiterzulieferers für Gewinnmitnahmen. Hingegen ging es mit Microsoft deutlich nach oben. Mehr dazu lesen Sie hier.
Schwächer präsentierten sich zudem die Aktien von Cerebras Systems. Die Papiere des KI-Chipentwicklers und Rechenzentrumsbetreibers verloren gut acht Prozent auf 294 Dollar. Tags zuvor hatte das Unternehmen noch einen spektakulären Börsenstart hingelegt und deutlich über dem Ausgabepreis geschlossen.
Heute, 17:36