Donald Trump räumt sein Depot auf. Die neuesten Unterlagen der US-Ethikbehörde OGE zeigen eine deutliche Umschichtung im Portfolio des Präsidenten. Die Daten stammen aus dem aktuellen „Form 278-T“, einem Bericht über Finanztransaktionen, der Einblick in die Geschäfte von Trump und seiner Familie gibt. Im ersten Quartal 2026 trennte sich der Clan von großen Positionen bisheriger Tech-Favoriten und setzte stattdessen auf diese Aktien.
Der US-Präsident hat seine Anteile an Amazon, Meta und Microsoft massiv reduziert. Die Verkäufe bewegten sich in der Größenordnung zwischen fünf Millionen und 25 Millionen Dollar. Der Grund: Die Bewertungen der Tech-Giganten erreichten zu Beginn des Jahres Rekordmarken. Trump verkaufte die Titel jedoch nicht vollständig. Parallel zu den Verkäufen gab es kleinere Zukäufe im Wert von bis zu 500.000 Dollar bei Meta und bis zu fünf Millionen Dollar bei Amazon. Bei Apple waren die Zukäufe mit bis zu 7,2 Millionen besonders hoch.
Massive Wetten auf Halbleiter und Software
Das frei gewordene Kapital floss umgehend in neue Positionen. Trump baute im großen Stil Bestände bei den Marktführern der Halbleiterbranche auf. In die Aktien von Nvidia, Broadcom, Texas Instruments sowie Synopsys und Cadence Design Systems wurden jeweils eine bis fünf Millionen Dollar investiert. Auch der Software-Sektor rückte in den Fokus. Hier nutzte das Management des Präsidenten offenbar die Kursabschläge, die durch KI-Unsicherheiten entstanden waren. Käufe bei Oracle, Adobe, ServiceNow und Workday zeigen, dass die Familie Trump auf eine Erholung der Enterprise-Software setzt.
Familiengeschäfte hinter verschlossenen Türen
Die Veröffentlichungen nach dem Ethikgesetz bieten jedoch nur ein unvollständiges Bild. Die Werte werden lediglich in breiten Spannen angegeben, exakte Kaufpreise oder erzielte Gewinne bleiben geheim. Zudem ist die Struktur komplex: Trumps Vermögen liegt in einem Trust, der von seinen Kindern kontrolliert wird. Aus den Unterlagen geht hervor, dass viele Transaktionen über Broker abgewickelt wurden, während andere als „unsolicited“ markiert sind – also ohne direkte Empfehlung eines Beraters erfolgten. Wer genau welchen Trade platziert hat, bleibt im Dunkeln des Familiengeflechts verborgen.
Timing mit politischem Beigeschmack
Besonders auffällig sind die Transaktionen bei Dell Technologies und Intel. Am 10. Februar 2026 stieg die Familie mit einer Summe zwischen einer und fünf Millionen Dollar bei Dell ein. Nur wenige Wochen später lobte der Präsident die Hardware des Unternehmens bei einem Event im Weißen Haus öffentlich. Ähnlich verhält es sich bei Intel. Hier wurden die Anteile Anfang März durch mehrere Käufe aufgestockt. Dies geschah unmittelbar nachdem die US-Regierung Ende 2025 beschlossen hatte, eine staatliche Beteiligung an dem heimischen Chiphersteller einzugehen.
Krypto-Werte rücken ins Familiendepot
Neben den klassischen Industriewerten zeigt das Portfolio eine wachsende Affinität zum Krypto-Markt. Trump und seine Angehörigen investierten im ersten Quartal in den Bitcoin-Miner MARA Holdings, die Krypto-Börse Coinbase und die Firma MicroStrategy. Die größte Einzeltransaktion bei Coinbase betrug bis zu 250.000 Dollar. Auch Anteile von Block, Robinhood und SoFi wurden erworben. Zwar machen diese Krypto-Wetten nur einen kleinen Teil der insgesamt über 2.000 Transaktionen im Berichtszeitraum aus, doch sie unterstreichen den strategischen Wandel hin zu digitalen Vermögenswerten.
Nicht nur Donald Trump gewährt Einblicke in sein Depot, auch die größten Hedgefonds der Wall Street legen ihre Karten auf den Tisch. Während Trumps Offenlegungen zeigen, welche KI-Aktien der US-Präsident kauft, verraten die sogenannten 13F-Filings der SEC, auf welche Aktien die mächtigsten Investoren der Welt setzen. Der Börsenbrief 13F-Berichte analysiert diese Daten in einem mehrstufigen Auswahlprozess und filtert jene Aktien heraus, die Anleger jetzt ebenfalls auf dem Schirm haben sollten. Mehr Infos zu den 13F-Berichten finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Microsoft.
Heute, 07:43