Freenet hat am Freitag die Bücher für das erste Quartal geöffnet. Der Mobilfunk- und TV-Anbieter übertraf beim Umsatz die Erwartungen der Analysten. Die Integration von Mobilezone Deutschland – ein Dienstleister für Mobilfunk-Hardware und Abonnements – zeigt Wirkung. Auch das Wachstumsprodukt waipu.tv, eine Plattform für Internet-Fernsehen (IP-TV), liefert.
Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,1 Prozent auf 761,9 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank hingegen um 3,6 Prozent auf 122,0 Millionen Euro. Grund für den Rückgang ist ein Sondereffekt aus einer Vereinbarung mit einem nicht namentlich genannten Netzbetreiber. Trotz dieses Effekts liegen beide Kennzahlen über den Konsensschätzungen des Marktes. Unter dem Strich steht ein Konzernergebnis von 47,6 Millionen Euro.
Effizienz durch Künstliche Intelligenz
Freenet nutzt Künstliche Intelligenz als operativen Hebel im Vertrieb und Kundenservice. Ziel ist eine skalierbare Wertschöpfung bei sinkenden Kosten. Im AKTIONÄR-Interview unterstrich CFO Ingo Arnold die Ambitionen: Man wolle ein führendes KI-Mobilfunkunternehmen in Deutschland werden. KI helfe bereits heute bei Übersetzungen, im Service oder Vertrieb. „Für 2028 trauen wir uns im Mobilfunkbereich allein durch KI einen Kostenvorteil von rund zehn Millionen Euro zu“, so Arnold gegenüber dem AKTIONÄR.
Aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik
Das Geschäftsmodell bleibt cashflow-stark. Der bereinigte Free Cashflow stieg im ersten Quartal um 10,4 Prozent auf 85,7 Millionen Euro. Freenet profitiert von stabilen Einnahmen im Mobilfunk und einer wachsenden Abo-Basis im TV-Bereich. Erst am Mittwoch hat die Hauptversammlung des MDAX-Konzerns eine Rekordausschüttung von 2,07 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Nach dem Dividendenabschlag am gestrigen Donnerstag kommen die News am Markt nun gut an: Die Freenet-Aktie notiert am Freitag rund zwei Prozent fester an der Spitze des MDAX. Das Management bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr 2026.
Freenet ist operativ solide unterwegs und erzielt hohe Cashflows. Mit einer Dividendenrendite von über sieben Prozent bleibt die Aktie für einkommensorientierte Anleger interessant.
FAQs
Warum ist die Dividende von Freenet so hoch?
Freenet besitzt kein eigenes Mobilfunknetz. Dieses kapitalarme Geschäftsmodell ermöglicht es, einen Großteil des freien Cashflows an die Aktionäre auszuschütten.
Was ist der größte Wachstumstreiber?
waipu.tv profitiert vom Ende des Nebenkostenprivilegs für Kabel-TV. Die Nutzerzahlen im Bereich IP-TV (Internet Protocol Television) steigen kontinuierlich.
Wie sicher ist die Dividende?
Die Dividende speist sich aus dem stabilen Cashflow der Vertragskunden im Mobilfunk und den wachsenden Erlösen im TV-Segment. Das macht die Zahlungen gut planbar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Freenet.
Heute, 08:30