Mercedes-Benz prüft einen stärkeren Einstieg ins Verteidigungsgeschäft. Konzernchef Ola Källenius machte im Gespräch mit dem Wall Street Journal deutlich, dass der Autobauer grundsätzlich bereit sei, seine Kompetenzen auch im militärischen Umfeld einzusetzen – vorausgesetzt, das Geschäft sei wirtschaftlich attraktiv. Hintergrund ist die verschärfte geopolitische Lage und die wachsende Bedeutung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.
Källenius sieht dabei vor allem die industrielle Stärke von Mercedes als Vorteil. Der Konzern verfüge über umfangreiche Erfahrung bei der Produktion komplexer Präzisionstechnik in hohen Stückzahlen. Genau dieses Know-how könnte nach seiner Einschätzung künftig stärker im Bereich Sicherheits- und Verteidigungstechnik gefragt sein.
Zwar dürfte das Rüstungsgeschäft im Vergleich zum klassischen Pkw- und Van-Geschäft zunächst nur eine Nebenrolle spielen. Dennoch erkennt der Mercedes-Chef Potenzial in diesem Marktsegment. Es könne sich zu einer zusätzlichen Ertragssäule entwickeln und damit einen Beitrag zum Konzernergebnis leisten.
Mercedes-Benz selbst betont, weiterhin vor allem zivile Fahrzeuge zu entwickeln und zu produzieren. Gleichzeitig bezeichnet der Konzern den Sicherheits- und Verteidigungsbereich als strategisch wichtiges Entwicklungsfeld. Bereits seit Jahrzehnten liefert Mercedes Fahrzeuge und Plattformen für sicherheitsrelevante Einsätze in Europa und innerhalb der Nato. Zudem werden Fahrgestelle an spezialisierte Unternehmen abgegeben, die diese eigenständig für militärische Anwendungen umrüsten und vermarkten.
Damit folgt Mercedes einem Trend, der zunehmend die gesamte deutsche Autoindustrie erfasst. Angesichts schwacher Fahrzeugnachfrage, hoher Investitionen in die Elektromobilität und wachsender Belastungen suchen viele Hersteller und Zulieferer nach neuen Geschäftsfeldern.
Mercedes-Benz versucht sich derzeit neu zu orientieren. Sei es im Rüstungsgeschäft oder im verstärkten Fokus auf das Top-End-Segment. Das Management muss Ergebnisse liefern. Die Aktie kommt derzeit nicht in die Gänge. Das Papier ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. DER AKTIONÄR favorisiert im Auto-Segment unter den deutschen Automobil-Herstellern nach wie vor BMW.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.
Heute, 07:26