Nach dem Feiertag am Montag startet die Wall Street mit kräftigen Verlusten in die neue Handelswoche. Die US-Futures rutschen deutlich ab. Der Dow Jones wird zur Eröffnung rund 1,2 Prozent tiefer erwartet, der S&P 500 verliert etwa 1,4 Prozent, der Nasdaq steht mit minus 1,7 Prozent besonders unter Druck. Auslöser ist eine erneute Eskalation im globalen Handelskonflikt.
Bereits am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen verschärft und neue Zölle gegen europäische Staaten in Aussicht gestellt, falls diese seinen Vorstoß zur Übernahme Grönlands blockieren. Geplant sind Strafzölle von zunächst zehn Prozent ab Februar, später bis zu 25 Prozent. Zusätzlich stellte Trump Zölle von 200 Prozent auf französische Weine und Champagner in den Raum. In Europa wächst die Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen, auch harte Instrumente der Europäischen Union stehen zur Debatte.
Die Märkte reagieren mit Risikoaversion. US-Staatsanleihen geraten unter Verkaufsdruck, die Renditen steigen auf den höchsten Stand seit September. Der Dollar verliert gegenüber Euro, Yen und Schweizer Franken. Gold erreicht ein neues Rekordhoch, Silber zieht ebenfalls deutlich an. Der Volatilitätsindex VIX springt über die Marke von 19 und signalisiert wachsende Unsicherheit.
Nvidia, Alphabet, Amazon – Tech unter Druck
Besonders stark unter Druck stehen Technologiewerte. Nvidia, Alphabet und Amazon verlieren vorbörslich jeweils mehr als zwei Prozent. Steigende Renditen belasten die wachstumsstarken Titel, deren Bewertungen stark auf zukünftigen Gewinnen beruhen.
3M nach Zahlen unter Druck – Netflix legt zu
Bei den Einzelwerten sorgen Unternehmensnachrichten für zusätzliche Bewegung. 3M verliert rund 4,5 Prozent nach einem Gewinnrückgang infolge hoher Prozesskosten. Netflix legt dagegen leicht zu, nachdem Warner Bros. Discovery ein Übernahmeangebot für Teile des Geschäfts akzeptiert hat. RAPT Therapeutics explodiert nach einem Übernahmeangebot von GSK, während Eisenbahnkonzerne wie Norfolk Southern und Union Pacific nach regulatorischen Rückschlägen unter Druck stehen.
Berichtssaison läuft an
Der Blick richtet sich nun auch nach Washington. Der Supreme Court könnte in dieser Woche über die Rechtmäßigkeit zentraler Trump-Zölle entscheiden. Ein negatives Urteil hätte erhebliche fiskalische und politische Folgen. Gleichzeitig beginnt die Berichtssaison mit Zahlen von Netflix (Dienstag), Johnson & Johnson (Mittwoch) und Intel (Donnerstag). In dem aktuell nervösen Markt dürfte der Ton der Ausblicke entscheidend werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Heute, 15:15