Die deutlich gestiegenen Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten haben am Montag an den US-Börsen für zusätzliche Nervosität gesorgt. Höhere Öl- und Gaspreise schüren die Sorge vor neuer Inflation und setzten die wichtigsten Indizes zunächst unter Druck. Im Verlauf des Handels verringerten sich die Verluste jedoch etwas.
Der Dow Jones Industrial gibt aktuell nur noch 0,9 Prozent auf 47.093 Punkte nach. Zeitweise war der Leitindex dabei auf den niedrigsten Stand seit Ende November gefallen. Beim Nasdaq 100 beträgt das Minus nur noch 0,1 Prozent. Er notiert nun bei 24.626 Punkten.
Die Entwicklung steht im direkten Zusammenhang mit der angespannten Lage auf den Energiemärkten. Durch den Konflikt im Nahen Osten ist der Transport von Öl und Gas aus der Golfregion massiv beeinträchtigt. Vor allem die strategisch wichtige Straße von Hormus, über die ein großer Teil der weltweiten Energieexporte abgewickelt wird, ist derzeit kaum noch passierbar. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl liegt aktuell bei gut 100 Dollar.
Entsprechend vorsichtig äußerte sich Aoifinn Devitt, Managing Director für Global Wealth bei Moneta Group Investment Advisors. Eine diplomatische Lösung sei derzeit nicht in Sicht, während sich der Ton zwischen den Konfliktparteien weiter verschärfe. Ölpreise von 90 Dollar oder mehr könnten die ohnehin angespannte Lage vieler Verbraucher zusätzlich verschlimmern. Von der Entwicklung profitierten vor allem Energiekonzerne. So legten die Aktien von Chevron und Exxon Mobil weiter zu.
Unter Druck standen dagegen Fluggesellschaften, da steigende Ölpreise auch die Kosten für Kerosin nach oben treiben. Die Aktien von United Airlines bildeten mit einem Minus von sieben Prozent zunächst das Schlusslicht im S&P 500, mittlerweile beläuft sich das Minus nur noch auf 4,5 Prozent. Delta Air Lines dämmten die Verluste von rund fünf Prozent auf zwei Prozent ein.
Bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Hims & Hers Health für Aufsehen. Die Titel des Telemedizinanbieters schossen um 37 Prozent nach oben, nachdem der Streit mit Novo Nordisk über den Vertrieb umsatzstarker Medikamente beigelegt worden war. Die Novo-Nordisk-Aktie legte in Kopenhagen um knapp drei Prozent zu. Mehr dazu lesen Sie hier.
Deutlich gefragt waren zudem die Papiere von Live Nation Entertainment, die um mehr als sieben Prozent anzogen. Der Konzert- und Eventveranstalter konnte in einem Kartellverfahren eine Einigung mit dem US-Justizministerium erzielen.
Heute, 16:48